Ärzte schlagen AlarmWeniger Arzttermine für Patienten in NRW?
In Zukunft könnten Patienten noch länger auf Termine warten. Davor warnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Mehr als 50 Millionen Termine in der ambulanten Versorgung könnten, angeblich wegfallen. Grund dafür soll die Gesundheitsreform der Bundesregierung sein.
Rotstift statt Rezeptblock
Für Hausarzt Dr. Thomas Aßmann birgt die Gesundheitsreform Risiken. Patienten müssen sich womöglich auf längere Wartezeiten und weniger Termine einstellen. Auch Ärzte müssen im kommenden Jahr mit geringeren Honorarsteigerungen rechnen. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal, Strom und Heizung. Es geht also nicht nur um die Einnahmen der Praxen.
Praxen am Limit
Der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe Lars Rettstadt sagt: Viele Praxen sind am Limit. Ihnen fehlt Geld und sie ersticken in Bürokratie. Einige Kollegen sind auch schon was älter. Für sie ist es somit unattraktiv weiterzuarbeiten. Die Gefahr besteht, dass sie ihre Praxen schließen.
Fallen bald 50 Millionen Termine weg?
Die Bundesregierung hat 2026 das sogenannte Beitragsstabilisierungsgesetz beschlossen. Es soll die gesetzlichen Krankenkassen finanziell entlasten. Hintergrund sind gestiegene Kosten für Pflege und Medikamente sowie eine Finanzierungslücke bei Grundsicherungsempfängern. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt vor möglichen Folgen. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen rechnet mit rund 50 Millionen weniger Arztterminen. Die Bundesregierung wollte damit knapp drei Milliarden Euro einsparen. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht dazu. Das NRW-Gesundheitsministerium fordert mehr Transparenz bei der Terminvergabe und ein besseres System zur Patientensteuerung. An einem entsprechenden Primärversorgungsgesetz arbeitet die Bundesregierung noch.

































