Einfach blau machen? „Schlumpfspray“ aus NRW soll Angreifer sichtbar markieren
Unternehmer Marcus Fieberg aus Horn-Bad Meinberg (Kreis Lippe) hat in diesem Jahr ein Spray entwickelt, das Angreifer mit Farbe markiert und so zum Schlumpf macht. Sein Ziel: mehr Sicherheit, gerade für junge Frauen.
Hit in den Niederlanden
Die Farbspray-Idee hatte Marcus Fieberg aus den Niederlanden. Generell ist das Produkt in unserem Nachbarland gefragt. Pfefferspray ist dort verboten. Der Ansturm auf die blaue Alternative war zeitweise so groß, dass sie in vielen Geschäften und Online-Shops ausverkauft war.
„Schlumpfig“ verteidigen
Das Produkt basiert auf blauer Lebensmittelfarbe. Reine Farbsprays ohne Reizstoffe fallen nicht unter das Waffengesetz und dürfen grundsätzlich mitgeführt werden. Pfeffersprays mit der Kennzeichnung „Tierabwehr“ darf in der Regel jeder dabeihaben. Marcus Fieberg hat nach eigenen Angaben schon mehr als 100.000 Euro in die Entwicklung und Vermarktung gesteckt. 17 Euro kostet die Dose in seinem Online-Shop. Nach einem Einsatz ist diese meist leer.
Mit Vorsicht blau machen
Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen warnt, dass jedes Mittel zur Selbstverteidigung auch zu einer Waffe werden kann, die gegen einen selbst eingesetzt wird. Auch Matthias Jahn, Strafrechtler an der Goethe Universität Frankfurt und ehemaliger Richter am Oberlandesgericht Frankfurt am Main, lehnt die Verwendung des Sprays ab. Wer es nutzt, wolle damit die spätere Identifizierung des Angreifers ermöglichen. Die Strafverfolgung obliege jedoch dem Staat, nicht dem Opfer. Er warnt vor dem Einsatz: Die länger anhaltende Markierung des Angreifers könne dazu führen, dass sich das Opfer selbst strafbar mache.

































