Lange Warteliste für WohnheimplatzViele Studenten auf Suche nach bezahlbarer Wohnung – Paul (22) wohnt in Gartenhütte
Seit dieser Woche sind die Hörsäle an den Unis in NRW wieder voll. Für viele Studenten heißt es aber erstmal: Bleibe suchen statt Pauken. Bezahlbare Wohnungen sind Mangelware. Auch in Münster stehen Tausende auf der Warteliste für einen Platz im Wohnheim. Manche müssen deshalb zunächst an sehr ungewöhnlichen Orten unterkommen.
Gemütliche Lernatmosphäre? Fehlanzeige!
Ein Schuhkarton zum Leben oder zumindest schlafen - viel mehr lässt sich in der etwa acht Quadratmeter großen Indoor-Gartenhütte vermutlich kaum machen. Dort gilt: Hauptsache ein Dach über dem Kopf. Wie viele andere Studenten, sucht der 22-jährige Australier Paul Joseph seit Monaten nach einer Bleibe in Münster. Höchstens zwei Monate darf er die Hütte mieten. Die kleinen Holzräume sind in einer Wohnanlage des Studierendenwerks Münster. Kosten: zehn Euro am Tag.
In NRW fehlt Wohnraum
Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. Das setzt auch die Studierendenwerke unter Druck. Aachen hat mit 11.000 suchenden Studenten Deutschlands längste Warteliste. In Münster sind es rund 2.000. „Wir sind darauf angewiesen, dass wir die Grundstücke verbilligt bekommen. Das ist leider bisher sehr selten der Fall. Deswegen ist das Einzige, was wir machen können, derzeit, dass wir unseren vorhandenen Platz verdichten, dass wir sozusagen auf den vorhandenen Plätzen noch mehr Wohnraum bauen, was natürlich am Ende auch nicht besonders attraktiv ist, weil es dann auch zu einer Gettoisierung führt“, so Katrin Peter, vom Studierendenwerk Münster. Auf RTL WEST Anfrage verweist das NRW-Heimatministerium auf sein Wohnraumförderprogramm. Für die Jahre 2023 bis 2027 sind dafür insgesamt zwölf Milliarden Euro vorgesehen. Ein Teil davon für Studenten-Unterkünfte: „Ein Schwerpunkt der Förderung liegt dabei auch auf bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende und Studierende. Um eine auskömmliche Finanzierungsgrundlage zu gewährleisten, hat das Land für diesen Förderbaustein in diesem und im nächsten Jahr (2026 und 2027) insgesamt 500 Millionen Euro eingeplant”. Das Studierendenwerk rät, sich schon vor dem Abitur auf die Wartelisten setzen zu lassen. Damit es zum Uni-Start möglichst mit einem Zimmer klappt - statt mit einer Gartenhütte.

































