Kein Toter, kein Mörder, keine Gefahr!Vater umgebracht? Fake-Notruf sorgt für Großeinsatz in Hagen

von Julian Schlauch

In Hagen ist am Sonntagabend (30.08.) ein Notruf eingegangen. Ein Mann behauptete, seinen Vater umgebracht zu haben. Außerdem drohte er damit, auf die Polizei loszugehen. Wenige Minuten später standen Einsatzkräfte vor der Tür eines Hauses. Aber dann kam alles anders.

Angeblich gewaltbereiter Mörder in Hagener Wohngegend

Großaufgebot am Sonntagabend (30.08.): Polizisten sicherten eine Wohngegend im Hagener Stadtteil Wehringhausen. Die Beamten waren auf einen gewaltbereiten Mörder eingestellt. Nach etwa anderthalb Stunden dann die Entwarnung.

Niemand war tot

Es gab keinen Mörder. Es bestand keine Gefahr. Das Ganze war ein Fake-Anruf. Der Mann, der den Notruf angeblich abgesetzt hatte, war gar nicht da. Er konnte von der Polizei kontaktiert werden und die Situation löste sich auf.

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Polizei vermutet Swatting

Die Polizei geht vom sogenannten Swatting aus. Der Begriff kommt vom englischen SWAT, dem Namen für Spezialeinheiten in den USA. Die Täter erfinden eine Gefahrensituation bei ihren Opfern, um dort einen Polizeieinsatz zu provozieren - so auch in diesem Fall. Der Anrufer hatte offenbar unter der Telefonnummer seines Opfers die Beamten alarmiert. Das ist durch illegale Manipulation, sogenanntes Spoofing, möglich. Im Namen seines Opfers behauptete er offenbar dann, dass er seinen Vater umgebracht habe. Außerdem soll er damit gedroht haben, auf Polizisten zu schießen. Nachdem klar war, dass es sich bei dem Anruf um einen Fake handelte, suchte die Polizei sofort nach Tatverdächtigen - und wurde noch am selben Abend fündig. Ein 16-jähriger Deutscher aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis steht unter Verdacht, hinter dem Anruf zu stecken. Für ihn könnte das Ganze teuer werden. Die Kosten für den Einsatz müsste er tragen. Sie könnten bis zu 100.000 Euro hoch sein.

Freiheitsstrafe möglich

Außerdem gibt es laut Polizei Hinweise darauf, dass auch die Ex-Freundin des Opfers etwas mit dem Fake-Anruf zu tun hat. Neben einer Geldstrafe kann bei Missbrauch des Notrufs eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden.