Haftstrafe und SchmerzensgeldUrteil nach tödlichem Unfall in Hürth: 21-Jähriger muss ins Gefängnis
Ein Jahr nach dem tragischen Unfall in Hürth hat das Landgericht Köln am Freitag (10.07.) den verantwortlichen Autofahrer verurteilt. Der mittlerweile 21-Jährige muss wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung nach Jugendstrafrecht für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Außerdem sprach das Gericht den Hinterbliebenen ein Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 190.000 Euro zu.
Schülerausflug endet im Chaos
Der Unfall ereignete sich am 4. Juni vergangenen Jahres während eines Grundschulausflugs in Hürth. Eine Schülergruppe wollte gemeinsam mit Betreuern eine Straße überqueren. Die Ampel zeigte Grün, alle Kinder trugen Warnwesten. Laut Gutachten fuhr der damals 20-jährige BMW-Fahrer trotz der roten Ampel in die Gruppe. Die zehnjährige Avin und der 25-jährige Schulbegleiter Luis-Paulo wurden so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben.
Trauer bleibt trotz des Urteils
Für die Eltern der kleinen Avin kann das Urteil den Schmerz nicht lindern. Schon vor rund zwei Monaten hatte ihr Vater deutlich gemacht, dass für ihn keine Strafe den Verlust seiner Tochter ausgleichen könne. Auch die Anwältin der Familie betonte nach der Urteilsverkündung, dass manche Wunden nie heilen. Die Angehörigen der Opfer spendeten sich am Prozesstag gegenseitig Trost – verbunden durch das gleiche Schicksal.
Avins Herz schenkt einem anderen Kind Leben
Trotz ihrer unvorstellbaren Trauer traf die Familie von Avin eine Entscheidung: Die Organe der Zehnjährigen wurden gespendet. Ihr Herz schlägt heute im Körper eines sechsjährigen Mädchens weiter. Für die Eltern war das ein kleiner Trost inmitten des schweren Verlustes. Das Urteil beendete zwar den Strafprozess – den Schmerz über den Tod von Avin und Luis-Paulo wird es wohl nicht nehmen können.

































