Tornado oder Sommergewitter?Unwetter über NRW – umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und kaputte Autos

von Daria Semcov

Binnen weniger Sekunde ist das Wetter umgeschlagen: Im Erkelenzer Ortsteil Kaulhausen rissen heftige Sturmböen Dächer ab, entwurzelten Bäume und beschädigten zahlreiche Häuser und Autos. Während die Feuerwehr bis tief in die Nacht im Einsatz war, sorgte das Unwetter auch in anderen Teilen in NRW für Einschränkungen – unter anderem im Bahnverkehr.

Chaos in Kaulhausen

Was zunächst mit leichtem Wind begonnen hat, entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem heftigen Sommergewitter mit starken Böen. Im 220-Seelen-Dorf Erkelenz-Kaulhausen hinterließ der Sturm eine Schneise der Verwüstung: Dächer wurden beschädigt, Ziegel von den Häusern gerissen, Bäume stürzten um und Autos wurden demoliert. Viele Anwohner sind schockiert. Sie sagen, dass sie kaum Zeit hatten zu reagieren. Während einige noch versuchten, Markisen oder Gartenmöbel in Sicherheit zu bringen, war das Unwetter schon über den Ort gefegt.

Auch Bahnverkehr betroffen

Nicht nur Kaulhausen war vom Unwetter betroffen. In Schwelm stürzte ein Baum auf eine Oberleitung und stoppte einen ICE mit 132 Fahrgästen. Die Menschen mussten fast fünf Stunden im Zug ausharren. In Dortmund prallte ein Zug gegen einen umgestürzten Baum. 52 Menschen mussten die Bahn in der Nacht verlassen. In Münster fiel eine große Eiche auf mehrere geparkte Autos. Verletzt wurde niemand.

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Warum solche Unwetter so lokal auftreten

Laut RTL-Wettermoderatorin Charlotte Maihoff sind derart punktuelle, aber heftige Unwetter keine Seltenheit. Anders als großflächige Gewitterfronten seien einzelne Gewitterzellen oft nur wenige Kilometer groß. Dadurch könne in einem Ort massive Verwüstung entstehen, während ein Nachbarort verschont bleibt.

Kein Tornado in Kaulhausen

Viele Bewohner in Erkelenz-Kaulhausen vermuteten zunächst einen Tornado. Wetterexperten sehen das aber anders: In dem Dorf habe es keinen Tornado gegeben, sondern ein besonders heftiges Sommergewitter mit starken Sturmböen. Die letzten Feuerwehreinsätze endeten gegen ein Uhr nachts. Für die Menschen im Dorf werden die Aufräumarbeiten aber wohl noch weitergehen. Immerhin: Verletzt wurde dort niemand.