Blick hinter die Kulissen zum „Tag der Raumfahrt“Training für Weltraummissionen - so bereiten sich die Astronauten der ESA in Köln vor
Das All fasziniert und stellt die Menschheit gleichzeitig vor große Rätsel!
Um diese zu lösen, arbeiten Forscher weltweit zusammen. Ein wichtiger Ort dafür ist die Europäische Weltraumorganisation in Köln. Dort werden Astronauten auf ihre Einsätze vorbereitet.
Der Mond als Schlüssel zum Ursprung
Für Wissenschaftler wie Aidan Cowley ist der Mond ein besonderer Forschungsort. Er ist mehr als vier Milliarden Jahre alt und hat sich kaum verändert. Ideale Bedingungen, um mehr über die Entstehung der Erde und des Sonnensystems zu erfahren. Gleichzeitig dient er als Testfeld für zukünftige Missionen, etwa zum Mars. Schon die erste bemannte Mondlandung der Apollo 11 im Jahr 1969 mit Neil Armstrong markierte einen Meilenstein. Insgesamt zwölf Astronauten waren bisher auf dem Mond. Anfang April schickte die US-Raumfahrtbehörde NASA erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in Richtung Mond. Einen Mondspaziergang hat es nicht gegeben. Die nächste Landung ist frühestens 2028 geplant.
Simulation unter extremen Bedingungen
In Köln bereitet die ESA Astronauten mit dem Projekt „LUNA“ gezielt auf solche Einsätze vor. In einer speziellen Anlage wird die Mondoberfläche mit vulkanischem Sand aus der Eifel nachgestellt. Die Bedingungen sind extrem: Im Sonnenlicht können Temperaturen bis zu 150 Grad erreichen, im Schatten fallen sie auf minus 100 Grad. Auch das Licht ist deutlich intensiver als auf der Erde. Astronauten müssen lernen, sich unter diesen Bedingungen sicher zu bewegen und zu arbeiten.
Schwerelosigkeit als Herausforderung
Um sich auf Einsätze im All vorzubereiten, trainieren Astronauten auch in großen Wasserbecken. Dort simulieren sie die Schwerelosigkeit und üben Bewegungen im Raumanzug. Die fehlende Schwerkraft wirkt sich stark auf den Körper aus. Muskeln und Knochen bauen sich ab, weshalb tägliches Training Pflicht ist. Mit speziellen Geräten wird im All ein Widerstand erzeugt, damit Übungen wie auf der Erde möglich bleiben.
Erfahrungen aus dem All von „Astro-Alex“
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst kennt die Herausforderungen der Schwerelosigkeit aus eigener Erfahrung. Nach seinem Aufenthalt auf der Raumstation ISS fiel ihm auf der Erde selbst das Heben leichter Gegenstände schwer. Gleichzeitig schätzte er nach seiner Rückkehr einfache Dinge wie frische Luft und den Geruch von Regen umso mehr. Gerst gilt als möglicher Kandidat für zukünftige Mondmissionen – ein historischer Schritt, denn bislang war noch kein Deutscher auf dem Mond.
Raumfahrt hilft im Alltag
Die Forschung im All hat direkte Auswirkungen auf das Leben auf der Erde. Satelliten ermöglichen präzise Wettervorhersagen und helfen, Naturkatastrophen besser einzuschätzen. Auch GPS-Technologie, die täglich in Smartphones und Autos genutzt wird, basiert auf Raumfahrttechnik. Darüber hinaus profitieren Medizin und Alltag: Trainingsgeräte aus der Raumfahrt kommen in der Physiotherapie zum Einsatz, etwa bei der Behandlung von Knochenschwund. Auch kratzfeste Brillengläser, leichte Materialien und haltbarere Lebensmittel gehen auf Entwicklungen aus dem All zurück.
Präzision für den Ernstfall
Neben Forschung und Fitness steht im Weltraum Sicherheit im Mittelpunkt. Astronauten trainieren Notfälle wie Brände, Druckverlust oder technische Probleme in realitätsnahen Nachbauten von Raumfahrzeugen. Im All darf nichts dem Zufall überlassen werden: Jede Situation wird im Vorfeld geübt, damit die Missionen nicht nur spektakulär, sondern auch sicher verlaufen und neue Erkenntnisse liefern.

































