Urteil im Postboten-Prozess in KrefeldTausende Briefe gehortet – Zusteller bekommt Bewährungsstrafe am Amtsgericht Krefeld

von Julia Haiminger

Ein ehemaliger Zusteller aus Krefeld ist am Dienstag (28.07.) wegen unterschlagener Post zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Gemeinsam mit zwei weiteren Zustellern soll der 37-Jährige rund 32.000 Briefe und Pakete nicht ausgeliefert, sondern über Monate gehortet haben. Seine Erklärung vor Gericht: Er habe seine damalige Freundin entlasten wollen.

Tausende Sendungen landen im Keller

Briefe von Behörden, Rechnungen oder persönliche Nachrichten: Zahlreiche Sendungen sollen nicht bei den Empfängern angekommen, sondern in einer Wohnung und einem Keller in Krefeld gelandet sein. Aufgeflogen war der Fall, nachdem hunderte Briefe in einem Altpapiercontainer entdeckt wurden. Die Polizei stellte später rund 32.000 Briefe und Pakete sicher. Der 37-Jährige bestritt, Post geöffnet oder entsorgt zu haben. Die ehemalige Freundin des Angeklagten wurde bereits zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten wurde wegen geringer Schuld eingestellt. Die sichergestellten Sendungen wurden nach Angaben der DHL Group erfasst und anschließend an die Empfänger zugestellt.

Urteil: Ein Jahr auf Bewährung

Das Amtsgericht Krefeld verhängte gegen den ehemaligen Zusteller eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Der Angeklagte verzichtete auf weitere Rechtsmittel. Damit ist die Entscheidung rechtskräftig.