Kritik an ReformideenRente ab 70? Vorschlag der Expertenkommission sorgt für Ärger

von Vanessa Brodka

Die Renten-Reform ist eines der großen Projekte der schwarz-roten Bundesregierung. Über sie berät eine Kommission. Jetzt sind erste Vorschläge der Experten öffentlich. Demnach soll die Rente mit 70 kommen.

Welche Pläne hat die Rentenkommission?

Wie ist die Rente noch zu retten? Die Frage beschäftigt aktuell eine Kommission: Streng geheim! Doch die angeblichen Pläne veröffentlicht die Bild-Zeitung schon jetzt. Demnach soll das Eintrittsalter schrittweise angehoben werden: Von aktuell 67 Jahren auf 68 Jahren - in den 2040er-Jahren. Danach dann auf 69 Jahren in den 2050er-Jahren und in den 2060er-Jahren auf 70 Jahre. Betroffen wären also vor allem die Jahrgänge ab 1990. RTL WEST hat in Düsseldorf nachgefragt: Für die meisten Leute wäre das eine Katastrophe. Die Menschen dort finden unter anderem, dass sie erst mit 70 Jahren nicht mehr viel von ihrem Ruhestand hätten.

Was ist mit den Beamten?

Angeblich sollen auch die Rente mit 63 Jahren und die Mütterrente weg. Grund: zu teure Kosten. Weiter heißt es laut Bild-Zeitung: Das Rentenniveau soll nach 2031 sinken: von 48 Prozent schrittweise auf 46 Prozent. Außerdem sollen Beamte weiter nicht in die Rentenkasse einzahlen. Das würde auch nicht entlasten, so Ralf Witzel von der FDP, denn sonst müsste derselbe Topf auch die Pensionen zahlen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende in NRW ist zwar für eine Reform, aber nicht nur auf Kosten der jungen Generation. Die NRW-FDP ist für ein flexibles statt gesetzliches Rentenalter. Dann hat jeder selbst in der Hand, wie lange er arbeitet, damit das Geld später reicht und jeder sollte zusätzlich privat vorsorgen. Die Pläne der Kommission, wollen die Mitglieder gegenüber RTL WEST nicht bestätigen und betonen: Es gibt noch keine Beschlüsse. Was das Gremium empfiehlt, entscheidet sich Ende Juni.