Angeklagte sollen Mitglieder der linksextremen Gruppierung „Antifa Ost“ seinProzess gegen „Hammerbande“ – mutmaßliche Linksextremisten vor Gericht in Düsseldorf
Am Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Dienstag (13.01.) der Prozess gegen sechs mutmaßliche Mitglieder der linksextremen Gruppierung „Antifa Ost“ begonnen. Die Gruppe, auch „Hammerbande“ genannt, soll Neonazis bei rechtsextremen Treffen gewaltsam angegriffen haben. Der Vorwurf unter anderem: versuchter Mord.
Anhänger stören den Prozessauftakt
Schon zum Prozessbeginn war die Stimmung aufgeheizt. Mehrfach musste unterbrochen werden, weil Anhänger der Angeklagten lautstark protestierten. Als der Bundesanwalt vom Vorwurf des versuchten Mordes sprach, riefen sie: „Lügner, Lügner“. Ihre eigenen Parolen wie „Alle zusammen gegen den Faschismus“ wurden hingegen mit Applaus bejubelt. „Wir haben es mit einer Anklage des Generalbundesanwalts zu tun, die massiv übertrieben ist“, sagt Verteidiger Sebastian Scharmer.
Angriff mit Hämmern in Budapest
Vier Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 22 und 24 Jahren stehen in Düsseldorf vor Gericht. Sie sollen 2023 in Budapest Teilnehmer eines rechtsextremen Treffens mit Hämmern und Schlagstöcken angegriffen und dabei mehrere Menschen schwer verletzt haben. Ein Jahr zuvor soll eine der Angeklagten in Erfurt eine Ladenbesitzerin attackiert haben. Das betroffene Geschäft verkauft Kleidung, die bei Rechtsextremen beliebt ist.
Im Video: Interview mit Heiko Teggatz (stellv. Vors. Bundespolizeigewerkschaft)
Angeklagte schweigen – Mutter hofft
Alle sechs Angeklagten äußerten sich zum Prozessauftakt nicht. Eine Mutter war als Zuschauerin dabei. Sie sagt: „Wir erwarten alles Mögliche in diesem Prozess. Wir erwarten auch das Gute. Mir geht es nicht besonders gut. Wie es meiner Tochter geht, dazu möchte ich nichts sagen.“ RTL WEST Reporter Valerio Magno beschreibt die Szene im Gerichtssaal: „Die Angeklagten sahen völlig normal aus: schicker Pulli. Sie schienen gut drauf zu sein: Sie lachten miteinander und winkten ihren Freunden und Familien im Publikum zu. Ich bin mir nicht sicher, ob ihnen der Ernst ihrer Lage bewusst war.“ Parallel läuft in Dresden ein weiterer Prozess gegen den mutmaßlichen Kopf der Gruppe und sechs weitere Personen. Auch in Budapest steht eine weitere Verdächtige vor Gericht. Das Urteil in Düsseldorf wird im kommenden Jahr erwartet. Die Angeklagten müssen mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen.
































































