Pegel in Köln bei rund 40 ZentimeternNiedrigwasser im Rhein – Bombenfund, Schiffe mit weniger Ladung, Fähren mit Zwangspause
Der Rhein führt derzeit so wenig Wasser wie seit Jahren nicht mehr. In Köln liegt der Pegel bei nur noch rund 40 Zentimetern. Das Niedrigwasser legt Fähren und Ausflugsschiffe lahm, erschwert den Gütertransport und hat in Köln eine Weltkriegsbombe zum Vorschein gebracht.
Bombenentschärfung: Betroffene kommen in Möbelhaus unter
Der Rhein führt derzeit extrem wenig Wasser. In Köln liegt der Pegel bei rund 40 Zentimetern. Das Niedrigwasser hat Folgen: Schiffe können teilweise nicht mehr fahren oder müssen weniger laden. In Köln-Rodenkirchen kam durch den niedrigen Wasserstand eine Weltkriegsbombe zum Vorschein. Wegen der kontrollierten Sprengung mussten Tausende Menschen ihre Wohnungen verlassen. Für einige der Betroffenen wurde ein großes Möbelhaus zum vorübergehenden Aufenthaltsort. Dort gab es für sie auch ein kostenloses Frühstück. Hans-Peter Steven verbrachte die Zeit während der Evakuierung dort: „Ich finde es gut, wenn ein Unternehmen wie Ikea das aufgreift und zum einen eine Marketingaktion daraus macht und zum anderen dann die Leute tatsächlich beherbergt, die hier im Moment erstmal nicht wissen, wo sie hinsollen.”
Niedrigwasser trifft die Ausflugsschifffahrt
Auch auf dem Rhein selbst sind die Auswirkungen deutlich zu spüren. Bei der Köln-Düsseldorfer (KD) fallen wegen des niedrigen Wasserstands Fahrten aus oder müssen verkürzt werden. Einige Schiffe bleiben deshalb am Anleger. Kapitän Marcel Demsky macht die Situation zu schaffen: „Wir sind Schiffer. Wir sind dafür da, die Schiffe zu bewegen und um Leute zu begeistern. Aber momentan blutet das Herz. Das ist schon sehr traurig, wenn man hier rumliegt.” Der Stillstand hat auch wirtschaftliche Folgen. Nach Angaben der KD summieren sich die Ausfälle seit Anfang August bereits auf einen Millionenbetrag. Geschäftsführerin Nina Luig sagt: „Es ist sehr herausfordernd. Wir bewegen uns jetzt schon auf einem Umsatzverlust von circa zwei Millionen Euro.“
Frachtschiffe können immer weniger laden
Der Kölner Pegel von rund 40 Zentimetern bedeutet nicht, dass der Rhein an dieser Stelle nur noch 40 Zentimeter tief ist. Die Fahrrinne, in der die Schiffe unterwegs sind, liegt deutlich tiefer. Ein generelles Fahrverbot für Schiffe bei Niedrigwasser gibt es nicht. Für die Frachtschifffahrt wird der niedrige Wasserstand trotzdem zunehmend zum Problem. Die Schiffe können weniger Ladung transportieren. Dadurch können Transporte teurer werden. Das kann sich auch auf Verbraucher auswirken, denn unter anderem Benzin und Diesel werden über den Rhein transportiert. Simon Gerards vom Institut der deutschen Wirtschaft erklärt: „Das Niedrigwasser ist für die Wirtschaft ein großes Problem, weil Lieferketten unterbrochen und Produktionen eingeschränkt werden müssen. Das gilt vor allem auch für Raffinerien, die ja entlang des Rheins lokalisiert sind.”
Auch Bonn und Düsseldorf kämpfen mit Niedrigwasser
Die Probleme beschränken sich nicht auf Köln. Auch in Bonn und Düsseldorf macht sich der niedrige Wasserstand bemerkbar. Im Düsseldorfer Hafen sitzt ein Binnenschiff mit 160 Transportern fest. Fähren müssen ebenfalls pausieren. Im Rhein-Sieg-Kreis wird die Fahrrinne deshalb derzeit freigebaggert. Wie niedrig der Wasserstand teilweise ist, erlebt Fährführer Ansgar Stüben in Mondorf: „Sobald wir außerhalb der Fahrrinne sind, kann man von oben vom Deck aus, den Boden des Rheins bereits sehen. An manchen Stellen teilweise nur noch 50 Zentimeter Wasser, sodass man wirklich jeden Stein und jeden Krümel, der da liegt, erkennen kann.”
Regen bringt zunächst kaum Entspannung
Eine deutliche Entspannung ist vorerst nicht in Sicht. In der Nacht zu Donnerstag (01.10.) soll es zwar regnen. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes dürfte der Niederschlag aber nicht ausreichen, um den Rheinpegel deutlich steigen zu lassen. Das Niedrigwasser am Rhein bleibt damit zunächst bestehen.

































