Kuriose Regel im FußballstadionNicht mehr hüpfen! VfL Bochum sorgt für Frust bei Fans

von Rogatus Skanta

Hüpfen, singen und gemeinsam die Mannschaft anfeuern: Für viele Fans gehört das zu einem Fußballspiel einfach dazu. Beim VfL Bochum ist damit auf der Osttribüne teilweise vorerst Schluss. Der Zweitligist hat am Mittwoch (07.10.) mitgeteilt, dass die Fans dort nicht mehr gemeinsam hüpfen sollen. Grund sind Untersuchungen zur Tragfähigkeit der Tribünen.

Fans fürchten um die Stimmung

Betroffen ist ausgerechnet die Osttribüne, auf der vor allem die eingefleischten Anhänger des VfL Bochum stehen. Entsprechend kritisch reagieren einige Fans auf die neue Regel. Für sie gehören gemeinsame Bewegungen zur aktiven Fankultur und zur besonderen Atmosphäre im Stadion. Ob sich tatsächlich alle an das Verbot halten werden, bezweifeln einige. Auslöser für die Entscheidung sind Untersuchungen, die im Zuge der Modernisierung des Ruhrstadions durchgeführt wurden. Verein und Stadt hatten die Tragfähigkeit der Tribünen überprüfen lassen. Dabei stellte das beauftragte Ingenieurbüro fest, dass bestimmte Bewegungen der Zuschauer starke Schwingungen auslösen können. Diese könnten vor allem bei ungeübten Stadionbesuchern zu Unwohlsein führen.

„Trampolineffekt“ auf der Tribüne

Die Osttribüne ist weiterhin tragfähig. Problematisch können allerdings gemeinsame und rhythmische Bewegungen der Fans werden. Dabei kann ein sogenannter Trampolineffekt entstehen. Der Sachverständige für Baudynamik Prof. Wolfram Kuhlmann von der TH Köln erklärt, dass sich bei starken Schwingungen die Tribünenstufe anders bewegen könne, als ein Besucher es erwartet. Das könne unangenehm sein und dazu führen, dass Menschen das Gleichgewicht verlieren oder sich unwohl fühlen. Die Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft hat als Eigentümerin des Stadions deshalb per Verfügung angeordnet, diese Belastung künftig zu vermeiden. Die Konsequenz ist das Hüpfverbot auf der Osttribüne.

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Hüpfverbot ausgerechnet gegen den Erzrivalen

Für die Fans kommt die neue Regel zu einem besonderen Zeitpunkt. Am Sonntag (11.10) ist Arminia Bielefeld zu Gast in Bochum – ein Erzrivale des Ruhrgebietsclubs. Vor und während des Spiels soll es immer wieder Durchsagen geben. Zusätzlich wird auf den Anzeigetafeln darauf hingewiesen, dass die Fans auf der Osttribüne nicht gemeinsam hüpfen sollen. Tore dürfen allerdings weiterhin ausgelassen bejubelt werden. Der VfL Bochum erklärt, intensiv mit den Fangruppierungen im Austausch zu sein. Ob sich die Anhänger beim Spiel gegen Bielefeld tatsächlich an das Hüpfverbot halten, bleibt abzuwarten.