Verdacht im Dortmunder MigrationsamtMitarbeiter soll Aufenthaltspapiere manipuliert haben
Ein Deutsch-Afghane hat im Migrationsamt in Dortmund gearbeitet. Dort soll er Aufenthaltstitel und Reisedokumente manipuliert haben, um anderen Afghanen die illegale Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. Bisher haben die Behörden mindestens 24 Fälle mit Auffälligkeiten entdeckt.
So kam der Deutsch-Afghane ins Migrationsamt
Der Fall beschäftigt nicht nur Dortmund. Im Mittelpunkt steht ein ehemaliger Mitarbeiter des Migrationsamts. Der Deutsch-Afghane soll Dokumente manipuliert haben, um anderen Afghanen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. 2020 begann der Mann eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Anschließend kam er bei der Ausländerbehörde in Dortmund unter, obwohl es dort zu diesem Zeitpunkt keine freie Stelle gab. Das Personalamt vermittelte ihn dorthin. Nach RTL WEST-Informationen geschah das auf seinen eigenen Wunsch.
Debatte um Auswahlverfahren
Eine Sprecherin der Stadt erklärt schriftlich: „Im Einstellungsprozess gilt die Aufmerksamkeit verstärkt auch dem Migrationshintergrund von Bewerber*innen. Die Biografien (...) werden im Auswahlverfahren betrachtet und in die Entscheidung einbezogen.“ Auf Nachfrage von RTL WEST betont die Stadt allerdings, dass ein Migrationshintergrund nicht zwingend ein Vorteil bei der Auswahl sein müsse. Kritiker vermuten hinter solchen Verfahren eine sogenannte „positive Diskriminierung“. Gemeint ist damit die Bevorzugung vermeintlich benachteiligter Gruppen. Kritisiert wird daran unter anderem, dass dadurch besser geeignete Kandidaten ausgeschlossen oder Bewerber auf ihren Migrationshintergrund reduziert werden könnten. Manuel Ostermann von der Bundespolizeigewerkschaft kritisiert dieses Vorgehen. Er fordert: „Weg von diesem Verfahren hin zu Eignung, Leistung und Befähigung. Wir brauchen Qualität und wir brauchen Professionalität und das bekommen wir nicht mit ideologischen Personalvorgaben.“
Mindestens 24 auffällige Fälle entdeckt
Ende 2025 fiel das mutmaßliche Fehlverhalten im Migrationsamt auf. Daraufhin wurden weitere mögliche Missstände überprüft. Dabei stellte sich heraus, dass es in mindestens 24 Fällen Abweichungen zwischen Fotos und Daten gibt. Nach Recherchen der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ soll der ehemalige Mitarbeiter dafür die Akten einer bereits anerkannten afghanischen Familie genutzt haben. Nach Angaben der Stadt soll der Mann allein und vorsätzlich gehandelt haben. Die Stadt hat mittlerweile Strafanzeige gestellt, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Sie teilt RTL WEST schriftlich mit: „Bei dem Beschuldigten wurde auch durchsucht – sowohl an seiner Arbeitsstelle als auch an seiner Wohnanschrift – und es wurden Datenträger sichergestellt, die noch ausgewertet werden müssen.“
Beschuldigter soll inzwischen in anderer Ausländerbehörde arbeiten
Ob der Deutsch-Afghane seinen Landsleuten helfen wollte oder für die mutmaßlichen Manipulationen Geld bekommen hat, ist bislang unklar. Fest steht: Es war nicht das erste Mal, dass der Mann auffiel. Bereits im Mai 2025 wurde er wegen eines ähnlichen Falls abgemahnt und versetzt. Ende des Jahres kündigte er selbst. Brisant ist, dass der Beschuldigte laut Medienberichten mittlerweile in einer anderen Stadt arbeiten soll – erneut in einer Ausländerbehörde.

































