Klagen nach Einbruch in SparkasseMillionencoup in Gelsenkirchen – Opfer sprechen über ihre Verluste
Nach dem Millionencoup in Gelsenkirchen brechen Betroffene ihr Schweigen. Opfer berichten von verlorenem Familienschmuck und vernichteter Altersvorsorge. Jetzt prüfen viele Betroffene Klagen gegen die Sparkasse Gelsenkirchen.
Opfer treten an die Öffentlichkeit
In einer Anwaltskanzlei in Datteln zeigten sich am Freitagmittag (30.01.) erstmals Betroffene des Schließfach-Einbruchs von Gelsenkirchen. Es war eine Pressekonferenz der besonderen Art. Zum ersten Mal sprachen Kläger öffentlich über ihre Verluste. Einer von ihnen ist Joachim Alfred Wagner. Der 63-Jährige hatte Familienschmuck und Teile seiner Altersvorsorge bei der Sparkasse Gelsenkirchen gelagert. Seit dem Einbruch ist alles verschwunden. „Das ist einfach weg, wie in Luft aufgelöst“, sagt Wagner sichtlich mitgenommen.
Millionen-Coup und schwere Vorwürfe
Die Täter bohrten sich mit einem Kernbohrer in den Tresorraum. Innerhalb von mindestens vier Stunden knackten sie 3.100 Schließfächer - im Schnitt eines alle 20 Sekunden. Der Schaden könnte laut Experten mehr als 300 Millionen Euro betragen. Viele Kunden sind jedoch nur bis 10.300 Euro versichert. Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann vertritt mehr als 650 Mandanten. Er wirft der Sparkasse fahrlässiges Handeln vor.
Bank schweigt, Ermittlungen laufen
Gegenüber RTL WEST weist die Sparkasse Gelsenkirchen jede Pflichtverletzung zurück. Die Polizei ermittelt weiter. Mit rund 800 Geschädigten haben die Beamten schon gesprochen. Oft lagen Werte weit über der Versicherungssumme in den Fächern. Bis zu einem Gerichtsurteil könnten noch drei bis vier Jahre vergehen.


































