Technikgeschichte auf KettenMilitärfahrzeug-Treffen in Hamminkeln - Panzer, Oldtimer und ein Konvoi aus der Vergangenheit
Panzer, historische Laster, Jeeps, Motorräder: In Hamminkeln (Kreis Wesel) hat am Wochenende (18./19.04.) ein Militärfahrzeug-Treffen Besucher angezogen, die sich für Technikgeschichte interessieren. Der Eintritt war frei, die Vielfalt auf dem Gelände dafür umso größer.
Vom „Bierlaunen“-Projekt zum festen Termin
Was ursprünglich aus einer Bierlaune heraus entstanden ist, findet inzwischen zum fünften Mal statt. Organisiert wurde das Treffen von Stefan Suttner, Inhaber eines Motoreninstandsetzungsbetriebs, auf seinem Firmengelände. Dort wurden die Fahrzeuge präsentiert. Suttner stellte auch eigene Stücke aus, darunter einen Schützenpanzerwagen der Wehrmacht. Seine Leidenschaft für historische Militärtechnik führt er auf seine Großväter zurück, die beide im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben. Die Geschichten, die er als Kind gehört habe, hätten ihn nicht mehr losgelassen. Daraus sei der Wunsch entstanden, Technik zu verstehen, nachzulesen, zu sammeln.
Zwischen Technikfaszination und sensiblen Symbolen
Auf dem Treffen waren zahlreiche Wehrmachtsfahrzeuge und Waffen-Requisiten, aber auch eine Reichskriegsflagge zu sehen. Elemente, die bei manchen Besuchern für Irritation sorgen könnten. Der Veranstalter betonte aber, es gehe nicht um Verherrlichung von Krieg oder Symbolen, sondern um Darstellungen der Technikgeschichte. Verbotene Waffen oder Gegenstände, die gegen geltende Gesetze verstießen, hätte es auf dem Gelände nicht gegeben, versicherte Suttner, der selbst den Wehrdienst verweigert hat.
Fahrzeuge aus mehreren Ländern – und harte Arbeit ohne Servo
Das Treffen ist längst kein reines NRW-Ereignis mehr. Fahrzeugbesitzer reisen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und verschiedenen Teilen Deutschlands an. Einer von ihnen ist Peter Jankhöfer aus Wuppertal, Privatier und ehemaliger Unternehmensberater. Er brachte einen Militär-Laster der US-Armee mit: Ein Nachkriegsfahrzeug, das inzwischen lieber auf dem Anhänger als aus eigener Kraft anreist. Früher sei er mit den „Kisten“ noch auf Achse gefahren, erzählt er, inzwischen verzichte er darauf. Nicht zuletzt, weil die schweren Fahrzeuge ohne Servolenkung körperlich fordernd sind.
Konvoi zur historischen Rhein-Überquerung
Höhepunkt für viele Teilnehmer war eine gemeinsame Ausfahrt. In einem Konvoi legten die historischen Fahrzeuge rund 15 Kilometer zurück: Zu einem Ort, an dem britische Truppen im Zweiten Weltkrieg den Rhein überquert haben. Die Fahrt verband geschichtliche Erinnerung mit Gemeinschaftserlebnis. Unterwegs wurde viel gelacht, berichtet Jankhöfer, die Tour mache einfach Spaß. Für viele verbindet sich so der Blick auf alte Technik mit einem Gefühl von Kameradschaft, ohne militärische Inhalte zu glorifizieren.
Viel Stress – und trotzdem geht es weiter
Nach jedem Treffen habe er eigentlich die Flinte ins Korn werfen wollen, sagt Organisator Suttner. Zu viel Aufwand, zu viel Stress. Trotzdem hat er bisher jedes Mal durchgezogen. Angesichts des Zuspruchs und der wachsenden Bekanntheit spricht vieles dafür, dass auch im kommenden Jahr wieder Motoren zu hören sein werden, beim nächsten Militärfahrzeug-Treffen in Hamminkeln.

































