Laster-Sperrung in der DomstadtMarode Brücke am Eifeltor in Köln: A4 wird für weitere Laster gesperrt – Spediteure fürchten Einbußen
Erst die Sperrung der Nordbrücke in Bonn und jetzt schickt die Autobahn GmbH des Bundes die nächste Belastungsprobe für den Verkehr im Rheinland direkt hinterher: Ab Mittwoch (10.06.) ist die A4 zwischen Köln-Klettenberg und Köln-Eifeltor in Fahrtrichtung Olpe für Fahrzeuge von mehr als 7,5 Tonnen dicht. Grund ist die marode Brücke am Güterumschlagbahnhof Eifeltor, die weiter entlastet werden muss.
Speditionen müssen umplanen – und um Kunden bangen
Besonders hart trifft die Sperrung Speditionen in der Umgebung. Oguzhan Cebeci arbeitet als Disponent bei einem Autotransportunternehmen in Kerpen. Er muss nun alternative Routen für die schweren Laster finden. Manche Kunden weichen bereits aus und holen sich ihre Fahrzeuge selbst mit kleineren Abschleppern. Für die Firma bedeutet das: Mit den großen Transportern können bestimmte Aufträge nicht mehr gefahren werden, Kunden und Umsatz könnten verloren gehen.
Altlast im Stahl – und zu viele Verstöße
Der Hintergrund der Maßnahme ist länger bekannt. Bereits im April des vergangenen Jahres stellten Gutachter an der Eifeltor-Brücke „erhebliche Defizite“ fest. Nach zusätzlichen Materialproben wurde klar: Der verbaute Stahl erfüllt die heutigen Anforderungen nicht, er weist Verunreinigungen auf. Deshalb sind unter anderem Fahrzeuge mit mehr als 44 Tonnen auf der Brücke verboten. Doch offenbar halten sich nicht genug Brummifahrer an Gewichtsgrenzen und Mindestabstände: zu viele, zu schwer, zu dicht. Um das Bauwerk kurzfristig zu schützen, verschärft die Autobahn GmbH nun die Regeln und erlässt die A4-Sperre für Laster mit mehr als 7,5 Tonnen in Fahrtrichtung Olpe.
Staus auf Militärring und Luxemburger Straße erwartet
Verkehrsexperten rechnen mit massiven Ausweichbewegungen. Rund um den Logistikknoten Eifeltor gilt die Region schon heute als Laster-Hotspot. Roman Suthold vom ADAC Nordrhein prognostiziert vor allem auf dem Kölner Militärring und der Luxemburger Straße große Probleme: Wo sich ohnehin viele Fahrzeuge drängen, kommen jetzt zusätzliche Schwertransporter dazu, die die Autobahn nicht mehr nutzen dürfen.
Politischer Zoff um „Katastrophe für Wirtschaft und Pendler“
Nach der Sperrung der Bonner Nordbrücke ist die neue Einschränkung für die Opposition ein weiterer Beleg für den aus ihrer Sicht schlechten Zustand der Infrastruktur. NRW-SPD-Fraktionschef Jochen Ott spricht von einer „Katastrophe“ für Wirtschaft und Pendler. Er fordert, die Landesregierung müsse endlich aktiv in die Prozesse eingreifen, moderieren und schnell Lösungen organisieren. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) wollte sich am Rande eines anderen Termins dazu nicht äußern – zu spontan.
Schranken, neue Markierungen – und die Drohung Vollsperrung
Bis zum Sommer soll an der Eifeltor-Brücke eine Schrankenanlage installiert werden. Dann soll die Fahrt über das Bauwerk für Transporte bis 44 Tonnen wieder möglich sein, technisch überwacht. Bis dahin gilt: Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, riskiert eine Vollsperrung. Wie sich das anfühlt, erleben Autofahrer schon in der Nacht zu Mittwoch (10.06.): Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr früh wird der Abschnitt in Fahrtrichtung Olpe voll gesperrt, um neue Fahrbahnmarkierungen aufzubringen. Diese sollen künftig deutlich an den Mindestabstand von 50 Metern erinnern. Langfristig ist ein kompletter Neubau der Brücke geplant. Das wird allerdings mehrere Jahre dauern.

































