Landgericht verurteilt 44-JährigenLebenslange Freiheitsstrafe für Ex-Krankenpfleger – zehn Patienten nach Überdosis gestorben

von Rogatus Skanta

Vor dem Landgericht Aachen ist am Mittwoch (05.11.) das Urteil im Prozess gegen den ehemaligen Krankenpfleger Ulrich S. gefallen. Der 44-Jährige wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Richter stellten zudem eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit wird eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren unwahrscheinlich. Außerdem bekam er ein lebenslanges Berufsverbot.

Zehn Morde und 27 Mordversuche

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Ulrich S. auf der Palliativstation des Rhein-Maas-Klinikums zehn Patienten getötet hat. 27-mal soll er es versucht haben. Er soll schwerkranken Menschen eigenmächtig Beruhigungsmittel gespritzt haben, um in der Nachtschicht seine Ruhe zu haben.

Keine Spur von Mitleid

Nebenklagevertreter Christoph Huppertz betonte nach dem Urteil, der Angeklagte habe kein Mitleid gezeigt. Die Kammer folgte der Argumentation, dass Ulrich S. aus niedrigen Beweggründen handelte – nicht aus Fürsorge, sondern aus Bequemlichkeit. Ulrich S. zeigte sich laut seiner Verteidigerin Tanja Tomasso geschockt von der Entscheidung. Seine psychischen Auffälligkeiten hätten aus Sicht der Verteidigung ein milderes Urteil gerechtfertigt, was das Gericht jedoch anders bewertete. Laut Kammer hat er eine diagnostizierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen Zügen.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Ermittlungen gehen weiter

Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Krankenpfleger sind noch nicht abgeschlossen. Auch die Kölner Staatsanwaltschaft prüft mögliche weitere Straftaten aus seiner früheren Tätigkeit in einer anderen Klinik. Das aktuelle Urteil aus Aachen ist noch nicht rechtskräftig – die Verteidigung erwägt Revision.