70 Quadratmeter für 1.200 Euro Warmmiete in der Kölner Altstadt?Kaution für fremde Wohnung – Betrüger kassieren mit dreister Masche ab

von Julian Schlauch

Wer in Großstädten, wie Köln eine Wohnung sucht, braucht viel Geduld. Für mehr als 100 Menschen schien der Traum von einer bezahlbaren Wohnung in der Domstadt Anfang Oktober endlich wahr zu werden. Doch dahinter steckte eine fiese Betrugsmasche.

Traumwohnung in optimaler Lage

70 Quadratmeter, drei Zimmer, Küche, Bad, in der Kölner Altstadt - das Ganze für 1.200 Euro warm: zu schön, um wahr zu sein? Offenbar schon! Von der Traumwohnung blieben den Interessenten nur noch Fotos. Sie fielen einer Betrugsmache zum Opfer.

Fremde Wohnung angeboten

Betrüger boten laut Polizei in Köln eine Wohnung zur Vermietung an, die ihnen gar nicht gehörte. In mindestens einem Fall hatte ein Interessent auch eine Kaution in Höhe von knapp 3.000 Euro gezahlt. Viele andere sollen persönliche Daten hinterlassen haben, wie zum Beispiel Schufa-Auskünfte oder Personalausweis. Bei der vorgetäuschten Besichtigung waren wohl rund einhundert Interessenten.

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Vermieten nicht immer erlaubt

Laut Polizei handelte es sich bei dem Objekt um eine Ferienwohnung. Wer in Köln Wohnraum kurzzeitig vermietet, muss bestimmte Regeln einhalten. Für mehr als 90 Tage im Jahr ist dafür grundsätzlich eine Genehmigung der Stadt nötig. So soll verhindert werden, dass Wohnungen dem regulären Mietmarkt entzogen werden.

So erkennt ihr Betrüger

Mehr als 20 Strafanzeigen sind bislang wegen Betrugs eingegangen. Damit es dazu aber gar nicht erst kommt, hat die Polizei diese Tipps:

  1. Nicht für Kaution oder Möbel in Vorkasse gehen

  2. Bilder einer Wohnung und des Inserats per Rückwärtssuche im Netz prüfen, um sicher zu stellen, dass es sich nicht um eine Ferienwohnung handelt

  3. Bei der angegebenen Hausverwaltung anrufen, um sich nach der Wohnung zu erkundigen

  4. Wenn möglich, mit Nachbarn im Haus über die Wohnung sprechen

Die Polizei fahndet jetzt nach den Betrügern und versucht, die Betroffenen zu erreichen. Damit Ende Oktober nicht dutzende Menschen mit gepackten Kisten vor ihrer vermeintlichen neuen Wohnung stehen