Mit Rückenschmerzen fing alles an!Helga Samson (68) lebt mit Osteoporose - rund 435.600 Menschen in NRW sind von Knochenschwund betroffen
Helga Samson aus Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen) hat seit Jahrzehnten mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Mit Anfang 20 erlitt sie ihren ersten Bandscheibenvorfall, heute leidet sie an Osteoporose. Trotz brüchiger Knochen und anhaltender Schmerzen bleibt die 68-Jährige aktiv. Sie trainiert regelmäßig und kämpft für ein möglichst selbstständiges Leben.
Wenn der Rücken nicht mehr mitmacht
Vor allem die Morgenstunden sind für Helga Samson eine Herausforderung. Manchmal sind ihre Rückenschmerzen so stark, dass sie kaum aus dem Bett kommt. In solchen Momenten macht sie sich Sorgen, dass die Schmerzen bleiben könnten. Auch die Kombination aus Rücken- und Knieschmerzen schränkt sie im Alltag ein. Selbst das Treppensteigen in ihrem eigenen Haus wird dann zur Belastung.
Was ist Osteoporose?
Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Knochendichte abnimmt. Die Knochen werden poröser und brechen leichter. Besonders häufig sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen: Der sinkende Östrogenspiegel beschleunigt den Abbau der Knochensubstanz. Aber auch Männer können im höheren Alter erkranken. Zu den Risikofaktoren zählen Bewegungsmangel, Vitamin D- und Kalziummangel, Rauchen, starker Alkoholkonsum sowie ein zu geringes Körpergewicht. Eine Osteoporose kann grundsätzlich jeden treffen – auch jüngere Menschen. Laut aktuellem Gesundheitsatlas sind deutschlandweit rund 2,1 Millionen Menschen wegen Osteoporose in Behandlung. Rund 435.600 von ihnen leben in Nordrhein-Westfalen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein: Oft wird die Erkrankung erst erkannt, wenn ein Knochen bricht.
Früher erkennen, bevor es bricht
Radiologen setzen deshalb auf ein digitales Frühwarnsystem, das Osteoporose frühzeitig erkennen soll. Eine Software analysiert vorhandene Computertomografie-Aufnahmen und markiert Bereiche mit geringer Knochendichte. So lassen sich mögliche Risiken erkennen, bevor es zu Knochenbrüchen kommt. Laut Radiologe Jan Kirschke von der TU München funktioniert das ohne zusätzlichen Aufwand. Osteoporose ist behandelbar: Bewegung, Kalzium, Vitamin D und Medikamente können helfen, den Knochenabbau zu bremsen. Auch Helga Samson setzt darauf und blickt trotz ihrer Schmerzen nach vorne.

































