Hamburger setzt sich gegen mehr als 1.000 Bewerber durchFynn (21) ist „Haldenwärter“ im Ruhrgebiet – 5.000 Euro für eine Woche

von Niklas Bönsch und Jens Diestelkamp

Mehr als 150 Meter Höhe, ein Panoramablick über das Ruhrgebiet und ein Tiny House als vorübergehendes Zuhause: Fynn Klinkhart aus Hamburg darf sich eine Woche lang Haldenwärter nennen. Für seinen ungewöhnlichen Einsatz auf der Halde Hoheward bei Herten bekommt der 21-Jährige 5.000 Euro.

Mehr als 1.000 Bewerbungen für den ungewöhnlichen Job

Ausgeschrieben hatte die Stelle der Regionalverband Ruhr (RVR). Mehr als 1.000 Menschen bewarben sich darum, für sieben Tage in einem Tiny House auf der Halde zu leben und ihre Erlebnisse über Social Media zu verbreiten. Am Ende setzte sich Fynn Klinkhart durch. Der gebürtige Föhrer lebt in Hamburg und kannte das Ruhrgebiet vor seinem neuen Job kaum. Genau das gab bei der Auswahl den Ausschlag. Weil Fynn die Region bisher nicht wirklich kannte, blickt er unvoreingenommen auf das Ruhrgebiet. Die Zuschauer sollen durch ihn die Halde und ihre Umgebung ebenfalls aus einer neuen Perspektive erleben. Fynn selbst freut sich darauf, viele Menschen an seinem neuen Arbeitsplatz zu begrüßen und in den kommenden Tagen zu „malochen und auch zu genießen“.

Robo-Schafe und Sonnenaufgang auf der Halde

Während seiner Woche als Haldenwärter warten verschiedene Aufgaben auf den 21-Jährigen. Dazu gehören unter anderem das Hüten von Robo-Schafen und den Sonnenaufgang inspizieren. Begleitet wird er dabei von der Comedienne Luisa Charlotte Schulz. Die gebürtige Essenerin hatte zuvor die Bewerbungsgespräche geführt und freut sich auf die gemeinsamen Erlebnisse. Hinter dem ungewöhnlichen Job steckt eine Marketingkampagne für das Ruhrgebiet. Fynns Erlebnisse werden über Social Media geteilt, um zu zeigen, was die Region zu bieten hat. Der Hamburger ist also eine Art Pott-Fluencer. Der Regionalverband Ruhr will so vor allem das vielerorts noch immer verbreitete Bild einer grauen, vom Kohlebergbau geprägten Gegend verändern.

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Schluss mit dem grauen Image

RVR-Regionaldirektor Garrelt Duin erlebt nach eigenen Angaben in vielen Teilen Deutschlands, dass Menschen beim Ruhrgebiet noch an die Achtzigerjahre denken, an Kohle, Briketts und graue Städte. Aktionen wie die Haldenwärter-Kampagne sollen dieses überholte Image mit Humor und einem Augenzwinkern korrigieren. Fynns Abenteuer auf der Halde Hoheward werden dokumentiert und sind ab dem 05. Oktober auf den Online-Kanälen von „Das Ruhrgebiet“ zu sehen.