Schnäppchenjagd für die StadtkasseFundbüro Köln versteigert verlorene Schätze – großer Andrang, wenig Plätze
Im Kölner Fundbüro wurde es zur Versteigerung der liegengebliebenen Fundsachen am Freitag (13.03.) eng. Zwei Stunden lang kamen Schmuck, Elektronik, Werkzeuge und prall gefüllte Wundertüten unter den Hammer – sehr zur Freude der Schnäppchenjäger, aber zum Ärger vieler, die draußen warten mussten.
Wenn das Fundbüro zum Auktionshaus wird
Freitagvormittag (13.03.) verwandelte sich das Fundbüro der Stadt Köln in Köln-Kalk in ein kleines Auktionshaus. Alles, was sechs Monate lang niemand abgeholt hatte, wurde versteigert: von hochwertigen Smartphones über Elektrowerkzeuge bis zu Modeschmuck. Der Andrang war groß, die Blicke der Besucher gingen ständig zwischen Auktionsliste und ausgestellten Gegenständen hin und her. „Es läuft richtig gut“, sagte einer der Bieter, während sich die Gebote im Saal hochschaukelten.
Nebenjob mit iPhones und Adrenalinkick
Besonders begehrt war die Elektronik. Einer, der immer wieder die Hand hob, war Elektroniker Florian Wirtz. Er hatte es vor allem auf Smartphones abgesehen. „Ich habe ein paar iPhones ersteigert, das mache ich hin und wieder mal, um ein bisschen was dazu zu verdienen – für den nächsten Urlaub zum Beispiel“, erzählte er. Für ihn ist die Auktion mehr als ein Nebenverdienst: „Es ist schon aufregend, es geht schon auf die Pumpe. Man muss ja auch schnell entscheiden, ob man jetzt mitbieten will oder nicht.“ Die ersteigerten Gegenstände können in bar oder mit EC- bzw. Kreditkarte bezahlt werden, Schecks werden allerdings nicht akzeptiert.
Frust vor verschlossenen Türen
Während im Saal geboten wurde, bildete sich vor der Tür eine lange Schlange, denn der Raum des Fundbüros hat nur wenig Plätze. Wer zu spät kam, blieb draußen. Einige hatten dafür wenig Verständnis. Ein Besucher, der extra aus Bergisch Gladbach angereist war, klagte über „Wartezeiten, die der Wahnsinn“ seien und fand es ärgerlich, nach einer Stunde nicht mehr eingelassen zu werden. Ein anderer wartender Besucher sprach sogar von einer „Verarsche“: Wer früh da sei, komme hinein, „und dann ist irgendwann die Türe zu und der Rest, der hinter mir steht, der sieht dann nur noch schwarz“. Die Stadt weist darauf hin, dass eine Reservierung von Plätzen nicht möglich ist und rechtzeitiges Kommen empfohlen wird.
Wundertüten mit Überraschungseffekt
Als die wertvollsten Einzelstücke den Besitzer gewechselt hatten, war Zeit für ein anderes Format: die Wundertüten. Auch RTL WEST-Reporterin Emily Massenberg ergatterte einen Platz und mischte mit. Jede Tüte enthielt eine andere Mischung: von Hygieneartikeln über Schulsachen bis hin zu allerlei Krimskrams. Ihre Ausbeute: eine Jacke, ein Pullover, Narbenpflaster, ein Aroma-Diffusor, Baby-Waschgel, Halstabletten und Durchfallmittel. Für die Tüte zahlte sie 46 Euro, der geschätzte Warenwert lag bei rund 170 Euro. Generell liegen die Preise der Wundertüten zwischen einem und 50 Euro, der Warenwert meist zwischen 10 und 250 Euro, in Einzelfällen sogar mehr.
Weitere Termine geplant
Die Versteigerung lief am Freitag (13.03.) von zehn bis zwölf Uhr. Die gesetzliche Aufbewahrungsfrist der Fundsachen war abgelaufen. Gewährleistung oder Rücknahme gibt es nicht, die Funktionstüchtigkeit der ersteigerten Dinge wird vom Fundbüro nicht geprüft. Der Erlös fließt in die Stadtkasse. Angesichts der großen Nachfrage denkt die Verwaltung darüber nach, künftig wieder mehr Platz bereitzustellen. „Wir hatten auch mal einen größeren Raum, aber die letzten Auktionen haben gezeigt, es ist nicht nötig. Aber es ist definitiv eine Überlegung wert“, sagte die Auktionatorin.

































