Vereinbarkeit von Privatleben und JobFrauen treten beruflich kürzer als Männer – Familienbericht für NRW vorgestellt

von Vanessa Brodka

Frauen treten beruflich kürzer als Männer - das zeigt unter anderem der neue Familienbericht der NRW-Landesregierung. Wie gut gelingt es den Menschen in Nordrhein-Westfalen Job und Privatleben zu vereinbaren? Und was sind Herausforderungen, die Familien meistern müssen?

Mütter übernehmen mehr Haushalt und Erziehung als Väter

Jeden Tag aufs Neue schaukelt Tatjana Faranda ihren Alltag. Als alleinerziehende Mutter gar nicht so leicht. Die Kölnerin arbeitet freiberuflich. Sie gibt unter anderem Selbstverteidigungskurse. Um Familie und Job unter einen Hut zu kriegen, bekommt sie Hilfe von einer Tagesmutter und ihren Eltern. Anders wüsste sie auch nicht, wie sie es schaffen sollte. Zu schaffen machen vielen Familien gestiegene Lebenshaltungskosten wie Miete, Energie und Lebensmittel. Das zeigt der neue NRW-Familienbericht. Demnach gehen die Geburten in Nordrhein-Westfalen zurück. Weitere Ergebnisse stellte NRW-Familienministerin Verena Schäffer (Grüne) am Mittwoch (08.07.) bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf vor. Zum Beispiel übernehmen mehr Mütter die Kinderbetreuung und den Haushalt. Das ist auch dann der Fall, wenn die Frau Vollzeit arbeitet. Die Erkenntnisse stammen aus Statistiken und einer repräsentativen Umfrage. Verantwortlich für die ist Susanne Kuger vom Deutschen Jugendinstitut. Für sie sind jetzt Politik, Betriebe und die Gesellschaft gefragt, damit ein Wandel bezüglich der Erwerbstätigkeit von Frauen stattfinden kann.

Kritik von Opposition

Für die NRW-SPD muss vor allem die Landesregierung handeln, denn hohe Kita-Ausfälle machen die Vereinbarkeit von Job und Familie besonders schwierig, sagt Dennis Maelzer (SPD). Auch die NRW-FDP schlägt Alarm: Franziska Müller-Rech meint, viele Eltern wollen Vollzeit arbeiten, aber können es nicht, weil die Kinderbetreuung nicht gegeben ist. Das sei gerade angesichts der wirtschaftlichen Lage ein Problem.