Upcycling für AirbusFlugzeug wird zu Möbeln – Unternehmen baut Museumsflieger vom Flughafen Köln/Bonn auseinander

von Patricia Brinkmann

Ein ausgemustertes Parabelflugzeug verlässt den Flughafen Köln/Bonn. Gut zehn Jahre war es eine Attraktion für Besucher. Jetzt haben zwei Belgier die Maschine gekauft. Sie wollen daraus Möbel machen und dafür muss der Flieger erst mal abgebaut werden.

70 Tonnen am Haken

Am Flughafen Köln/Bonn war volle Konzentration gefragt. 70 Tonnen hingen am Donnerstag (25.06.) in der Luft - ein echter Kraftakt. Bart Deheegher hat den Airbus A300 Zero-G mit seinem Geschäftspartner Dirk Stouten gekauft. Die Maschine war am Köln/Bonner Airport als historisches Flugzeug ausgestellt. Die Belgier wollen aus ihm was ganz Neues machen. Zuerst musste der Koloss eine Bauchlandung hinlegen. Das war das Tagesziel. Das Fahrwerk wurde schon entfernt. Denn nur am Boden konnte das Team den Flieger zerlegen und zum Unternehmensstandort nach Brüssel bringen. Dieser Auftrag war für alle Beteiligten etwas Besonderes. Bart Deheegher erklärte: „Airbus startete Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre mit der Entwicklung der A300. Das ist einer der drei Prototypen der 300er-Serie. Es ist das Flugzeug, das als erstes der Prototypen seinen Erstflug absolvierte. Es gab drei Prototypen und dies ist der letzte, der noch erhalten ist. Das ist wirklich etwas Besonderes, das ist Geschichte.“

Herausforderungen auf dem Flughafengelände

Grundsätzlich kauft Bart Deheegher eher kleinere Flugzeuge - zum Beispiel ausrangierte Privatjets oder Militärmaschinen. Sie holen sie in der Regel aus Hangars ab. In Hallen ist es windstill. Anders auf dem Gelände des Flughafens. Das Rangieren war deshalb absolute Präzisionsarbeit. Für das Gleichgewicht wurden vorne in der Nase Tanks mit Wasser gefüllt. Damit ist das Flugzeug aber jetzt zu schwer. Es hebt dort nicht ab. Dirk Stouten packte selbst nicht mit an, war aber trotzdem angespannt: „Jedes Triebwerk des Flugzeugs wiegt etwa vier bis fünf Tonnen. Das ergibt also ein Gesamtgewicht von fast zehn Tonnen, das von den Tragflächen genommen wird. Bevor wir die Triebwerke ausgebaut haben, mussten wir die Nase des Flugzeugs mit Ballast beschweren, um das Flugzeug auszubalancieren, damit es sich beim Ausbau der Triebwerke nicht neigt. Jetzt heben wir das Flugzeug mit den großen Trägern an. Das Flugzeug ist im Bugbereich etwas zu schwer. Deshalb müssen wir erst das Gewicht herausnehmen, bevor wir das Flugzeug tatsächlich anheben können.“

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17 Jahre Geschichte

Vor gut zehn Jahren ist der Flieger hier am Airport ein letztes Mal gelandet: pünktlich, ohne Verspätung. 17 Jahre sorgte das Parabelflugzeug für Schwerelosigkeit. Es war im Auftrag der Wissenschaft unterwegs: immer Zero G, was so viel bedeutet wie Null Schwerkraft. Astronauten nutzten die Maschine fürs Training. Außerdem wurde an Bord geforscht, Experimente gemacht. Sie will das Team nicht machen. Der historische Airbus ist eine teure Fracht. Was sie gekostet hat, verraten die beiden aber nicht. Zentimeter für Zentimeter wurde der Airbus justiert. Spannung lag in der Luft. Ob die Landung, wie gewünscht geklappt hat oder es eine Bruchlandung wurde, erfahrt ihr im Video!