Millionenförderung für AusbildungFachkräftemangel auf der Schiene – NRW will Quereinsteiger im Bahnverkehr
In Nordrhein-Westfalen fehlen rund 3.000 Lokführer. Um die Lücken im Bahnverkehr zu schließen, setzt die Landesregierung jetzt verstärkt auf Quereinsteiger. In Gummersbach hat sich NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) ein Beispiel dafür angeschaut, wie neue Fachkräfte für die Schiene ausgebildet werden.
Ausbildung für die Schiene wird neu organisiert
Wer Lokführer werden will, muss zunächst ein intensives Ausbildungsjahr mit Theorie und Praxis durchlaufen. Erst danach geht es in den Führerstand. Einer der Teilnehmer ist Jörn Rettinger. Der 42-Jährige hat im März seine Umschulung begonnen. Zuvor hat er im Einzelhandel und im pädagogischen Bereich gearbeitet. Für ihn ist es ein lang geplanter Schritt. Auch das Gehalt spielt eine Rolle: Schon während der Ausbildung verdienen Quereinsteiger rund 2.800 Euro brutto im Monat, später sind – je nach Zuschlägen und Arbeitszeiten – bis zu 4.500 Euro möglich. Ausgebildet wird er von LokSpace, einem Bildungsanbieter für Quereinsteiger im Bahnberuf. Dort stehen zunächst zahlreiche Simulator-Schichten auf dem Programm, bevor eine praktische Prüfung über den Abschluss entscheidet.
Land fördert neue Ausbildungsstruktur
Um den Personalmangel zu bekämpfen, hat das Land NRW eine zentrale Ausbildungsstruktur aufgebaut, in der die Qualifizierung für den Nahverkehr gebündelt wird. Dafür stellt das Land bis 2028 rund drei Millionen Euro bereit. Danach soll die Finanzierung durch die Branche selbst übernommen werden. Ziel ist es, jährlich rund 150 Teilnehmer auszubilden. Das Modell gilt auch als mögliches Vorbild für den Bund.
Frauenanteil weiter niedrig
Der Anteil von Frauen im Lokführerberuf ist weiterhin gering, soll aber steigen. Bundesweit fehlen rund 3.000 Lokführer. Quereinsteiger sollen helfen, diese Lücke zu schließen.

































