Kuriose Spielidee!„Es geht um die Wurst“ – Familienvater aus Mülheim erfindet Spiel

Bei Sascha Dörger aus Mülheim an der Ruhr dreht sich alles um die Bratwurst. Der 47-Jährige liebt den Ruhrpott-Klassiker so sehr, dass er ein eigenes Würfelspiel erfunden hat. Es heißt „Es geht um die Wurst“. Produziert wird es in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Jetzt will der Familienvater sein Spiel auf der Spielemesse in Essen vorstellen.

Idee für Bratwurst-Spiel entsteht in Jugendherberge

Die Idee kam Sascha Dörger bei einem Familienausflug. In einer Jugendherberge spielte er mit seinen Kindern ein Würfelspiel rund um Käse. Es machte allen so viel Spaß, dass er sich fragte: Warum gibt es so etwas eigentlich nicht mit Bratwurst? Der Mülheimer recherchierte und fand kein vergleichbares Spiel. Also entwickelte er kurzerhand selbst eins. Ein Jahr dauerte es bis zum fertigen Produkt. Das macht er alles selbst, neben seinem eigentlichen Beruf. Entstanden sind zwei Varianten: eine klassische Familienversion und eine Partyversion, bei der auch getrunken werden kann.

So funktioniert „Es geht um die Wurst“

Das Würfelspiel ist für zwei bis acht Personen gedacht. Jeder Spieler bekommt zwei Würfel und einen Senfbecher. Dann wird gewürfelt. Wer die höchste Zahl erreicht, gewinnt die Runde. Ein Pasch schlägt allerdings jede andere Kombination. Für gewonnene Runden gibt es Chips. Wer am Ende die meisten gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Zusätzliche Regeln sorgen für Abwechslung. Wer beispielsweise ein Plus würfelt, darf sich einen weiteren Chip nehmen. Bei einem Senfklecks sieht es dagegen schlechter aus: Der Spieler muss zwei Chips zurückgeben.

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Produktion in Mülheimer Werkstätten

Für Sascha Dörger war von Anfang an klar, dass sein Spiel in seiner Heimatstadt produziert werden soll. Seine Wahl fiel auf die Fliedner Werkstätten in Mülheim. Dort arbeiten Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen. 13 Beschäftigte sind an der Herstellung beteiligt. Die Bratwurst entsteht im 3D-Drucker. Anschließend werden die einzelnen Teile beklebt, zusammengestellt und verpackt. Die Aufgaben werden an die Fähigkeiten der Beschäftigten angepasst. Dafür kommen teilweise besondere Hilfsmittel zum Einsatz. So können beispielsweise Zählbretter Menschen unterstützen, denen das Zählen schwerfällt. „Die Beschäftigten sind einfach das Herz der Werkstatt“, erklärt Abteilungsleiter Marcel Koritnik. Die Mitarbeiter übernehmen die einzelnen Produktionsschritte möglichst selbstständig. Einer von ihnen ist Jan Elberfeld. Er kümmert sich um die Verpackung der Partyversion und bringt zum Schluss einen Aufkleber an. Danach werden die Spiele eingeschweißt und für den Versand vorbereitet.

Bratwurst-Leidenschaft begann im Beruf

Das sich Sascha Dörger so intensiv mit Bratwürsten beschäftigt, hat auch mit seinem Beruf zu tun. Der 47-Jährige ist Grafikdesigner und gestaltet unter anderem Verpackungen für einen Thüringer Fleisch- und Wursthersteller. Dadurch ist seine Begeisterung für die Bratwurst immer weiter gewachsen. Inzwischen hat er verschiedene Produkte rund um das Thema entwickelt. Dazu gehören auch die Figur „Theo der Bratwurstsaurier“ und ein eigener Bratwurst-Song. Sein Würfelspiel ist online für 34,66 Euro erhältlich. Der ungewöhnliche Preis ist kein Zufall, die 66 Cent spielen auf einen Sechserpasch an.

Mülheimer stellt Spiel auf Messe in Essen vor

Jetzt steht für Sascha Dörger der nächste Schritt an. Ab Donnerstag (22.10.) präsentiert er „Es geht um die Wurst“ auf der Spielemesse in Essen. Dort möchte er mit seiner ungewöhnlichen Idee weitere Menschen für sein Bratwurst-Würfelspiel begeistern.