24 Labore entdeckt, 800 Kilogramm Drogen sichergestelltErmittler zerschlagen Drogennetzwerk – Europol-Operation „Fabryka” mit beispiellosem Erfolg
Eine groß angelegte europäische Ermittlung hat zum Schlag gegen ein internationales Drogenimperium geführt. Für Behörden und Ermittler ist es ein beispielloser Erfolg.
Sicherstellungen in sechs Ländern
Die Operation „Fabryka“ – polnisch für „Fabrik“ – ist das Ergebnis monatelanger Ermittlungen mit Beteiligung von Behörden aus sechs Ländern: Polen, Belgien, Tschechien, die Niederlande, Spanien und Deutschland. Die Bilanz ist beeindruckend: 24 Drogenlabore, 85 Festnahmen und tonnenweise beschlagnahmte synthetische Drogen. Tino Igelmann, Leiter des Zollkriminalamts, stellte die Ergebnisse am Mittwoch (21.01.) in Köln vor und betonte: Die Sicherstellungen hätten Ausmaße erreicht, die es in Deutschland und Europa in dieser Form bisher nicht gegeben habe.
Asiatische Chemikalien als Rohstoff für illegale Produktion
Auf die Spur der Drogenlabore kamen die Ermittler durch ein Netzwerk aus mehreren Unternehmen. Diese sollen in großem Stil Chemikalien aus Asien importiert haben – Stoffe, die zwar legal sind und unter anderem in der Pharmaindustrie Verwendung finden, sich aber auch zur Herstellung synthetischer Drogen eignen. Im Laufe der Ermittlungen enthüllte sich ein ausgefeiltes System: Die Chemikalien wurden offenbar umgepackt, umetikettiert und anschließend europaweit an illegale Labore verteilt.
Sechs Drogenküchen in Deutschland – drei in NRW
Deutschland spielte bei dieser Struktur eine zentrale Rolle. Polizei und Zoll entdeckten dort insgesamt sechs sogenannte Drogenküchen, davon drei in Nordrhein-Westfalen. Unter anderem in Kerpen wurde im Juni des vergangenen Jahres eine Produktionsstätte ausgehoben. Bundesweit stellten die Ermittler mehr als 800 Kilogramm synthetische Drogen sicher.
Strukturen zerschlagen – doch der Markt bleibt
Für die Behörden ist die Operation „Fabryka“ ein wesentlicher Sieg im Kampf gegen organisierte Drogenkriminalität. Tino Igelmann unterstreicht, dass wichtige Strukturen zerschlagen wurden. Gleichzeitig macht er deutlich, dass das Problem nicht vollständig gelöst ist: Solange Nachfrage nach synthetischen Drogen bestehe, werde es Bestrebungen geben, diesen Markt zu bedienen. Zoll und Polizei kündigten an, den Kampf fortzusetzen.


































