Prozessauftakt in BochumEigene Familie angegriffen? Sohn (†13) stirbt bei Messerattacke! Vater steht vor Gericht
Ein Familiendrama hat Ende März viele Menschen erschüttert: Ein 40-jähriger Vater aus Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) soll mit einem Messer auf seine eigene Familie losgegangen sein. Sein 13-jähriger Sohn starb. Die Ehefrau und die Tochter wurden schwer verletzt. Seit Mittwoch (16.09.) muss sich der Mann wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs vor dem Landgericht Bochum verantworten.
Familie wollte gemeinsam in den Urlaub
Die Familie wollte laut Staatsanwaltschaft an dem Tag gemeinsam an die Nordsee fahren. Frau und Kinder saßen schon im Auto, während der Angeklagte wegen eines Streits noch einmal in die Wohnung gegangen sein soll. Auf dem Weg zurück soll er sich mit einer Kapuze und einem Tuch vermummt haben. Anschließend soll der 40-Jährige zunächst auf seine Frau und seinen 13-jährigen Sohn eingestochen haben. Seine damals neunjährige Tochter flüchtete zurück ins Haus. Der Vater soll sie vor der Wohnungstür eingeholt und ebenfalls mit dem Messer schwer verletzt haben. Der 13-Jährige überlebte den Angriff nicht.
Staatsanwaltschaft spricht von Wut und Rache
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte seine Ehefrau für vermeintliche Demütigungen und Kränkungen bestrafen. Durch die Tötung der gemeinsamen Kinder habe er sie besonders hart treffen wollen. Zudem soll der Mann seine Familie als finanzielle Belastung empfunden haben. Der 40-Jährige äußerte sich vor Gericht bislang nicht zu den Vorwürfen. Deshalb stand am ersten Verhandlungstag vor allem die Aussage seiner Ehefrau im Mittelpunkt.
Ehefrau glaubte zunächst an fremden Täter
Die heute 39-Jährige beschrieb ihren Ex-Mann vor Gericht als liebevollen Vater, charmant und witzig. Selbst im Krankenhaus habe sie zunächst nicht glauben können, dass ihr Mann für die Attacke verantwortlich sein könnte. Sie sei davon ausgegangen, von einem Fremden angegriffen worden zu sein. Vor Gericht schilderte sie auch die Momente unmittelbar nach der Tat. Sie habe gedacht, dass sie sterben werde, und eine Ersthelferin gefragt, ob sie bei ihr bleiben könne. Mit einem Urteil gegen den 40-Jährigen wird frühestens im November gerechnet.

































