Streifen über Rachefeldzug sorgt für Furore im NetzDebatte um Uwe Bolls neuen Film - bekommt „Citizen Vigilante“ eine Altersfreigabe?

von Parviz Khosrawi

Es ist ein Film, über den im Moment viel diskutiert wird: „Citizen Vigilante“ - auf Deutsch: „Bürger übt Selbstjustiz“. Gedreht wurde er von Uwe Boll, der aus Wermelskirchen (Rheinisch-Bergischer Kreis) stammt. Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, in dem dieser Film über einen Rachefeldzug gegen kriminelle Migranten keine Altersfreigabe bekommen hat.

Film sorgt für Furore im Internet

In dem Film „Citizen Vigilante“ geht es um einen Ex-US-Soldaten. Er hat von seinem verstorbenen Vater Millionen geerbt. Der Mann lebt nun in einem nicht explizit genannten Land in Europa. Ihn stört die Untätigkeit der Regierung gegenüber sogenannter Migrantengewalt und er übt Selbstjustiz: Der Veteran besucht Opfer, deren Peiniger frei sind und fragt, ob sie Rache wollen. Dann spürt er die Täter auf und tötet sie. Manchmal sogar samt ihrer Familien. Seine Opfer sind Mörder, Vergewaltiger, Serientäter und Richter, die Straftäter laufen ließen. Der 61-jährige Regisseur Uwe Boll hat den Film nicht nur gedreht. Der gebürtige Wermelskirchener hat auch das Drehbuch geschrieben und den Film mitfinanziert.

Armie Hammer spielt die Hauptrolle

Auch der Hauptdarsteller Armie Hammer gilt als umstritten. 2021 erhoben mehrere Frauen schwere Vorwürfe gegen ihn, wegen psychischer und sexueller Gewalt. Hammer wies alles zurück. Das Verfahren wurde eingestellt. Seit fünf Jahren spielt er jetzt erstmals wieder in einem Film mit. Für Regisseur Uwe Boll war klar, dass sein Werk polarisiert. In Österreich hat der Film eine Freigabe ab 18 Jahren, in Amerika ab 16 Jahren. Dort ist er über einige Streaming-Dienste erhältlich und belegt derzeit den ersten Platz. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) mit Sitz in Wiesbaden hatte „Citizen Vigilante“ aber vorerst keine Altersfreigabe gegeben. Das bedeutet er darf weder im Kino noch bei Streaminganbietern oder im regulären Fernsehprogramm gezeigt werden. Filme ohne FSK-Kennzeichen, dürfen nur unter strengen Jugendschutzauflagen angeboten werden. Die fehlende Altersfreigabe ist nicht gleichbedeutend mit einem Verbot. Uwe Boll sieht darin aber eine Zensur.

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Auf einmal doch eine Freigabe

Am Montagabend (07.07.) dann aber eine überraschende Wende: die FSK hat den Film jetzt doch fürs Kino ab 18 Jahren freigegeben. Warum sie sich für eine Freigabe entschieden hat, ist unklar. Elon Musk stellte den Film schon für zwei Tage auf seiner Plattform X zur Verfügung. Bei der FSK versucht Uwe Boll jetzt, auch eine Freigabe fürs Home Entertainment zu bekommen. Am 24. und 25. Oktober ist der Regisseur in Köln auf der Convention „Weekend Of Horrors“. Dort will er nicht nur mit den Fans sprechen, sondern auch DVDs und Blu-rays von „Citizen Vigilante“ verkaufen. Zur Not auch die bereits freigegebene Version aus Österreich, so Boll.