Autoindustrie unter DruckBundesweiter Protest! IG Metall demonstriert gegen Stellenabbau und längere Arbeitszeiten

von Jens Diestelkamp und Annalena Kirsten

Die IG Metall hat am Montag (21.09.) bundesweit zu einem Aktionstag in der Automobilbranche aufgerufen. Seit Jahren sind Stellenabbau, sinkende Absatzzahlen und sogar Werkschließungen traurige Realität. Insgesamt gingen 175.000 Beschäftigte dagegen auf die Straße, darunter auch in Burscheid, Düsseldorf und Köln.

  Zukunftsängste bei Angestellten

„Die Gewinner am Ende sind die Chinesen, weil die machen hier jetzt die Straßen voll. Die Autos, die in Europa gebaut werden, die werden nicht mehr gefahren“, sagte eine Mitarbeiterin des Kölner Ford Werks beim Aktionstag am Montag (21.09.). Wie recht sie mit ihrer Aussage hat, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts. Immer weniger deutsche Autos gehen ins Ausland, gleichzeitig werden immer mehr importiert. Spitzenreiter dabei ist China. Dort werden E-Autos staatlich subventioniert, das ist nur ein Grund für niedrige Preise. Die IG Metall fordert deshalb beispielsweise EU-Zölle auf die importierten Hybride. Außerdem solle es niedrigere Industriestrompreise geben und die Sparmaßnahmen dürfen nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen werden, so die Gewerkschaft. Hintergrund: Mercedes-Benz hatte vorgeschlagen, die Wochenarbeitszeit von 35 auf 40 Stunden anzuheben - ohne höhere Löhne. „Man redet über die 40 Stunden Woche. Meiner Meinung nach geht das in die falsche Richtung. Diese Diskussion mit 40-Stunden-Woche, weil wir haben kein Kapazitätsproblem. Die Werke sind nicht ausgelastet. Wenn wir damit jetzt beginnen würden, auf 40 Stunden hochzugehen. Das heißt, dass wir mehr Personal abbauen müssen“, warnt Özcan Saka, Betriebsrat bei Ford in Köln.

Spurenwechsel verschlafen

Im Kölner Ford-Werk wurden schon tausende Stellen gestrichen und die Produktion auf E-Autos umgestellt. Bisher wollte der Funke aber wohl nicht überspringen, denn der Verkauf bleibt hinter den Erwartungen zurück. Mercedes-Benz in Düsseldorf geht es da besser. Das Werk stellt sowohl elektrische als auch klassische Sprinter her: „Der Modell Mix sorgt gerade dafür, dass der Standort ausgelastet ist. Das ist das, wovon wir profitieren. Und wir hoffen auch, dass das in der Zukunft so bleibt“, sagte Jessica Worrings von der IG Metall Düsseldorf. Die Gewerkschaft sieht sowohl die Arbeitgeber als auch die Politik in der Pflicht. Für sichere Standorte und Investitionen in die Zukunft, damit die Autobauer hierzulande nicht komplett vor die Wand fahren.