Zwischen Vorfreude und AbsatzrückgangBier kostet mehr, Konsum geht zurück - Brauereien hoffen trotzdem auf WM-Effekt
Für viele Fußballfans gehören ein kühles Bier, Public Viewing und Sommer einfach zusammen. Doch kurz vor der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist die Stimmung bei den Brauereien in NRW gedämpft: Der Bierabsatz sinkt seit Jahren.
Weniger und teurer
Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: In Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier gebraut – etwa vier Prozent weniger als im Jahr zuvor. Ein Grund dafür ist ein verändertes Konsumverhalten, vor allem bei jüngeren Menschen. Gesundheit und bewusster Lebensstil spielen eine immer größere Rolle. Auch die Preise wirken sich aus: Bier ist deutlich teurer geworden. Im Vergleich zur WM 2022 ist der Preis um rund 21 Prozent gestiegen.
Hoffnung auf Public Viewing
Trotz der Entwicklung setzen viele Gastronomen auf das Turnier. Besonders beim Public Viewing rechnen sie mit guter Stimmung – und entsprechendem Umsatz. In Herten etwa blicken die Veranstalter optimistisch auf die Spiele. Dort ist man überzeugt: Fußballabende unter freiem Himmel sorgen weiterhin für volle Gläser. Außerdem setzen viele Anbieter inzwischen nicht nur auf Bier, sondern auf ein breiteres Getränkeangebot.
Späte Anstoßzeiten als Problem
Ein echter Dämpfer für die Branche sind allerdings die Anstoßzeiten. Wegen der Zeitverschiebung beginnen viele Spiele erst um 22 Uhr deutscher Zeit. Das könnte sich deutlich auf die Einnahmen auswirken. Experten schätzen: Würden die Spiele schon um 19 Uhr starten, wären für die Gastronomie mehr als 50 Prozent höhere Umsätze möglich.
WM-Stimmung kommt langsam auf
Trotz aller Herausforderungen steigt bei vielen Fans die Vorfreude. In Köln etwa planen viele schon gemeinsame Abende mit Freunden – im Biergarten, in der Kneipe oder beim Public Viewing. Ob mit Bier oder Alternativen: Entscheidend wird am Ende auch die Leistung der Nationalmannschaft sein, denn je erfolgreicher das Team, desto länger wird in NRW gefeiert.

































