Spionage, Sabotage und CyberangriffeAusländische Geheimdienste nehmen NRW ins Visier ihrer Angriffe
Ausspähungen, Drohnen, Sabotageakte: NRW steht immer mehr im Fokus ausländischer Geheimdienste. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat am Donnerstag (02.07.) bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf davor gewarnt. Das Vorgehen vor allem russischer Nachrichtendienste werde immer gefährlicher.
„Low Level Agents“ sind in NRW aktiv
Eine mutmaßliche Spionin aus Rheine (Kreis Steinfurt) soll für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben. Dafür soll sie einen Mann in Deutschland ausgespäht haben. Er liefert Drohnen und Bauteile in die Ukraine. Im März wurde die Rumänin dem Haftrichter in Karlsruhe vorgeführt. Solche Sabotageversuche waren am Donnerstag (02.07.) Thema in Düsseldorf: In NRW sind rund 370 Fälle bekannt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) warnt vor einer „hybriden Bedrohung“ und spricht von einer „ernsten Gefahr“. Auch China und der Iran sollen hinter Sabotageversuchen stecken. Ihnen gehe es um wirtschaftliche Interessen oder den Krieg im Nahen Osten. Hauptakteur sei aber vor allem Russland. Es gehe um Einschüchterung und Angriffe auf Militärtransporte, Rüstungsgüter und die kritische Infrastruktur, erklärt Markus Gemünd (Referatsleiter beim Polizeilicher Staatsschutz). Seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine mussten russische Nachrichtendienste Deutschland verlassen, erklärt der Leiter des Verfassungsschutzes NRW. Deshalb setzten sie auf sogenannte „Low Level Agents“. Sie werden auch „Wegwerf-Agenten“ genannt. Meist sind es junge Männer, die online angeworben werden. Sie erledigen dann Aufträge: Bringen zum Beispiel Kameras an oder verüben Brandanschläge. Dafür werden sie bezahlt - meist mit mittleren drei bis vierstelligen Beträgen.
Social-Media-Kampagne soll aufklären
Der Verfassungsschutz will mit einer Social-Media Kampagne über die „Low-Level-Agents“ aufklären. Doch von der ist die NRW-FDP noch nicht überzeugt. Susanne Schneider ist Beauftragte für Angelegenheiten der Bundeswehr. Sie meint: „Der Verfassungsschutz muss dahin gehen, wo die jungen Leute sind. Auch mal in irgendwelche Chaträume gehen, in Gamingräume gehen oder auch in Messengergruppen gucken, sich da informieren, sich da umhören und da auch die jungen Leute beraten.” Damit auch die Polizei Sabotageversuche besser erkennt, gibt es Schulungen. NRW-Innenminister Herbert Reul setzt verstärkt auf eine bessere Zusammenarbeit von Bund und Ländern - auch um von amerikanischen Geheimdiensten weniger abhängig zu sein.

































