Gymnasiasten aus Rheine setzen auf UpcyclingAus alten Turnmatten werden Sporttaschen – Schülerfirma „Mat up“ kämpft um den Landessieg

Alte Turnmatten landen normalerweise auf dem Müll – nicht aber am Kopernikus-Gymnasium in Rheine. Dort macht die Schülerfirma „Mat up“ aus ausgedienten Sportmatten stylische Sporttaschen. Mit ihrer nachhaltigen Idee treten die acht Schüler jetzt beim Junior Landeswettbewerb des Instituts für Wirtschaft an und hoffen auf den großen Erfolg.

Aus alten Matten wird „Matti“

Wenige Tage vor dem Wettbewerb laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Im Klassenraum wird genäht, gestempelt und der Pitch geübt. Die Schülerfirma „Mat up“ hat in den vergangenen Monaten an ihrem Produkt gefeilt: Sporttaschen aus alten Turnmatten. Das Modell trägt den Namen „Matti“ und ist mittlerweile sogar in verschiedenen Farben erhältlich. Die Herstellung klingt zunächst simpel. „Eine Tasche besteht eigentlich nur aus einem großen Rechteck und zwei Kreisen“, erklärt zwölftklässler Leo Xu. Dazu kommen Innentaschen, Tragegurte und Reißverschlüsse. Ganz ohne Probleme lief die Produktion aber nicht.

Lehrer bringt sich Nähen selbst bei

Gerade zu Beginn stand das Team vor einigen Herausforderungen. Unterstützung bekamen die Jugendlichen von Lehrer Henning Pracht, der den Projektkurs leitet. Weil die Taschen schwieriger zu nähen waren als gedacht, brachte er sich die Technik kurzerhand selbst bei – mit Hilfe seiner Frau. Schon zum dritten Mal organisiert Henning Pracht den Projektkurs am Kopernikus-Gymnasium. Die Idee zum Upcycling-Projekt entstand, als die Schüler über nachhaltige Produkte nachdachten. Gleichzeitig wurde die Turnhalle der Schule saniert – und die alten Turnmatten lieferten plötzlich die perfekte Grundlage für die Geschäftsidee.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Eigene Aufgaben und echtes Gehalt

Mittlerweile arbeitet das achtköpfige Team fast komplett eigenständig. Jeder Schüler übernimmt feste Aufgaben – von Produktion über Verwaltung bis hin zum Vorstand. Ziel sei es, immer selbstständiger zu werden, erklärt Vorstand Daniel Horn. Der Erfolg gibt ihnen recht: Rund 80 Taschen haben die Jugendlichen bereits verkauft. Eine Tasche kostet knapp 60 Euro. Das nötige Startkapital sammelten die Schüler zu Beginn des Schuljahres über Anteilscheine. Ein Teil der Einnahmen soll später für einen guten Zweck gespendet werden. Sogar ein kleines Gehalt von 1,50 Euro pro Stunde können sich die Schüler inzwischen auszahlen.

Große Bühne beim Landeswettbewerb

Beim Junior Landeswettbewerb müssen die Schüler nun eine Jury von ihrer Idee überzeugen und sich gegen neun weitere Teams behaupten. Neben einem Preisgeld von 400 Euro winkt auch die Chance, Nordrhein-Westfalen bundesweit zu vertreten. Das Team aus Rheine zeigte sich vor dem Wettbewerb selbstbewusst. „Eigentlich sind wir auf alles sehr gut vorbereitet“, sagte Schüler Till Schrichten kurz vor der Präsentation. Für einen Platz auf dem Treppchen reichte es am Ende zwar nicht. Trotzdem bleiben die Jugendlichen optimistisch. Sie glauben weiterhin an ihre Marke „Mat up“ – und daran, mit ihrer nachhaltigen Idee vielleicht doch noch groß rauszukommen.