Andreas Risken trotzt dem Fachkräftemangel90-Stunden-Woche – Bäcker aus Bochum schmeißt Laden allein

In einer Zeit, in der der Fachkräftemangel viele Branchen fest im Griff hatte, schien Andreas Risken aus Bochum eine eigene Lösung gefunden zu haben: Er betreibt seine Bäckerei ganz allein. Der Bäckermeister führt den Familienbetrieb im Stadtteil Grumme in dritter Generation und verzichtet bewusst auf Personal. Sieben Tage die Woche, bis zu neunzig Stunden – für Risken kein Problem, sondern ein selbst gewählter Lebensweg.

Vor Corona-Maßnahmenzeit war alles anders

Risken hatte früher viele Angestellte und belieferte sogar Großkunden aus der Hotellerie. Doch nach den Erfahrungen während der Corona-Maßnahmenzeit entschied er sich, den Betrieb als Ein-Mann-Unternehmen weiterzuführen. Für ihn bedeutet das: harte Arbeit, aber auch Freiheit. Er schätzt die Kontrolle über alle Abläufe und die direkte Verbindung zu seinen Kunden.

Bäckerinnung kritisch

Der Bäckerinnungsverband zeigt sich jedoch skeptisch. Geschäftsführer Michael Bartilla warnt vor den gesundheitlichen Risiken eines solchen Arbeitspensums und weist auf die wirtschaftlichen Gefahren hin: „Wenn er krank wird, steht der ganze Betrieb still. Das ist nicht nachhaltig.“

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Privatleben bleibt

Doch Risken lässt sich nicht beirren. Sein Alltag beginnt um drei Uhr morgens und endet oft erst am frühen Abend. Trotz des straffen Zeitplans ist er sich zufrieden: „Genug Zeit für Privatleben”, betont er. Die Kundschaft schätzt seinen Einsatz und unterstützt den Familienbetrieb mit Treue und Anerkennung.

Nächstes Jahr Betriebsferien

Für die Zukunft plant Risken kleine Veränderungen: Drei Wochen Betriebsferien stehen auf seiner Wunschliste. „Ich hoffe, dass ich noch lange daran Spaß habe und meine Kunden mir erhalten bleiben“, sagt er mit einem Lächeln.