Achterbahn und Bratwurst in Zeiten hoher PreiseWie viel Spaß können wir uns noch leisten?

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Alexandra Ausborn trifft die letzten Vorbereitungen an ihrem Süßwarenstand.
von Lisa Witte und Luisa Wiewgorra

Die Bremer Osterwiese geht los!
Damit ist die Volksfest-Saison im Norden in vollem Gange, denn auch der beliebte Frühlingsdom in Hamburg läuft schon. Doch während Riesenräder wieder ihre Runden drehen und der Duft von gebrannten Mandeln in der Luft liegt, stellt sich vielen Besucherinnen und Besuchern die gleiche Frage: Wie teuer wird der Spaß denn noch?

Schausteller kämpfen mit hohen Kosten

Am Freitagabend (27. Mai) um 18:00 Uhr eröffnet die beliebte Osterwiese in Bremen. Täglich, bis auf Karfreitag, ist die Osterwiese dann für zwei Wochen. 19 Fahrgeschäfte, vier Geisterbahnen und elf Imbiss-und Getränkebuden schalten wieder ihre Lichter an. Für Schaustellerin Alexandra Ausborn geht mit der Osterwiese die Saison erst richtig los: „Wir freuen uns, endlich wieder unsere Kundschaft begrüßen zu können”, erzählt Ausborn. Mit ihrer Familie betreibt sie einen Süßwarenstand, unter anderem mit Lebkuchenherzen. Doch dass die Preise von vielem steigen, zum Beispiel beim Sprit, merkt sie auch hier. Als Schausteller muss sie die Produkte einkaufen und die Preise dann mit „viel Fingerspitzengefühl” kalkulieren.

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Das Ziel der Schausteller: Familien sollen Spaß haben!

Die Preise auf der Osterwiese: Eine Bratwurst kostet 4,80 Euro, die Fahrt mit dem Kinderkarussell 3,50 Euro und die gebrannten Mandeln kosten in der 100-Gramm-Packung bis zu 5,00 Euro. „Es ist ein ganz schwieriges und sensibles Thema und ich glaube, das ist nicht nur bei uns so, das ist in ganz vielen anderen Branchen genau das Gleiche”, vermutet Ausborn. Dadurch, dass ihr Stand ein Familienbetrieb ist, haben sie etwas weniger Personalkosten. Ihr und den anderen Schaustellern sei es bei all den Preiserhöhungen wichtig, dass Familien noch Spaß haben können und nicht denken müssen: „‘Wir können uns danach kein Brot mehr leisten’”, erzählt Ausborn im RTL-Interview.

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„Man schränkt sich schon ein bisschen ein”

Bei den Besuchern am ersten Tag der Osterwiese in Bremen ist trotz hoher Preise im Alltag die Vorfreude groß! Besucherin Daniela Bitcher ist mit ihrer Tochter Sophia zu Besuch. Sophia darf sich ein Spiel aussuchen, aber Mama Daniela möchte schon auf den Preis achten: „Ich habe 100 Euro mit, aber die möchte ich nicht ausgeben eigentlich (...) Mal gucken, ich hoffe, dass wir ein bisschen drunter bleiben.” Auch Heiko Sprave ist mit seinen zwei Söhnen auf der Osterwiese unterwegs. Die beiden haben ihr Taschengeld mit, aber ihr Papa will auch etwas übernehmen. Auch er hat sich ein Budget von 40-50 Euro gesetzt. „Das ist (...) dann eher so ein Tag, wo man sagt, ja, dann kann man auch mal einen Euro mehr ausgeben”, so Papa Heiko.

Für viele wird der Besuch auf dem Volksfest also zunehmend zur bewussten Entscheidung mit einem Blick auf das Portemonnaie. Schaustellerin Alexandra Ausborn erhofft sich daher, dass Besucher auf der Osterwiese einfach mal für eine Stunde ihre Sorgen vergessen können. „Ich denke, wir sollten alle viel weniger über unsere Probleme nachdenken und lieber über die schönen Sachen”, sagt Ausborn. Denn schöne Erlebnisse und der Spaß soll auch in diesen Zeiten nicht fehlen und den gibt es auf einem Rummel allemal!

Quellen: Eigene RTL-Recherche