Michaela verliert von heute auf Morgen ihr AugenlichtÜber Nacht erblindet: aufgewacht und alles war schwarz!

Als sie schlafen geht, kann Michaela Eiben noch sehen. Am nächsten Morgen ist sie blind.
Vor 33 Jahren erblindet Michaela Eiben plötzlich.
RTL Nord
von Anna Böcker und Sina Schlink

Plötzlich ist ihre Welt dunkel!
Der 29. September 1993 ist der Tag, der für Michaela Eiben aus Aurich alles verändert. Über Nacht erblindet die damals 21-Jährige ganz plötzlich. Ein Schock! Aufgeben ist für die Künstlerin trotzdem keine eine Option.

„Ich habe die Hände vors Gesicht geschlagen und habe immer gesagt: Ich kann nichts sehen”

Diesen einen Morgen wird die heute 54-Jährige nie vergessen: „Ich bin morgens aufgewacht und habe zu meinem damaligen Freund, heutigen Schatzi, meinem Mann gesagt: ,Schatz, mach mal das Rollo auf”, erzählt sie im Gespräch mit RTL. „Und dann kam nur: ,Das Rollo ist auf.’ Das ist auch ein Moment – so fröhlich ich auch bin, so positiv ich auch bin – ein Moment in mir, der ganz fest ist.” Und weiter: „Ich habe die Hände vors Gesicht geschlagen und habe immer gesagt: ,Ich kann nichts sehen.’”

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Michaela Eibens Netzhaut ist plötzlich abgestorben

Erst weiß keiner, was mit ihr los ist. „Man ist erstmal in so einer Schockhaltung”, sagt sie. Später dann die Diagnose: Atypische Retinitis pigmentosa, eine erbliche Netzhauterkrankung. Bedeutet: Michaela Eibens Netzhaut ist ganz plötzlich abgestorben. Untypisch ist allerdings, dass das so schnell passiert.

Heute kann sie noch zwischen Hell und Dunkel unterscheiden, aber auch das lässt langsam nach. „Natürlich gibt es auch immer Tage, wo man Sehnsucht hat, was zu tun, was man früher viel getan hat. Was eben nicht mehr geht.” Trotzdem ist ihr eins besonders wichtig: positiv bleiben.

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Michaela Eiben arbeitet weiter als Künstlerin und Fotografin

Das zeigt die 54-Jährige auch mit ihren Werken. Bunte Farben sind ihr Markenzeichen. Denn, obwohl sie ihre Bilder selbst nicht mehr sehen kann, arbeitet die Auricherin weiter als Künstlerin und Fotografin. Wie das funktioniert? Dadurch, dass sie nicht immer blind war, weiß sie, wie Farben aussehen und zusammen wirken. Schon bevor sie anfängt, hat sie eine genaue Vorstellung davon, wie ihr Kunstwerk später aussehen soll.

Unterstützung bekommt sie von ihrem Mann Jürgen Eiben: „Ich bin der sehende und erklärende Part. Ich beschreibe das Ganze dann. Und wenn sie fragt: ,Welche Farbe hat es denn?’. Dann erkläre ich eigentlich nur die Farbe.” Beim Fotografieren helfen Michaela Eiben ihr Gehör und ihr Tastsinn.

Mit ihrer Kunst kämpft die 54-Jährige für Inklusion
Mit ihrer Kunst kämpft die 54-Jährige für Inklusion.
RTL Nord

Die 54-Jährige kämpft mit ihrer Kunst für Inklusion

Inklusion ist ihr besonders wichtig: „Ich kämpfe. Ich kämpfe für Inklusion”, erzählt sie. Und weiter: „Da polarisiere ich halt eben auch. Einfach zu sagen: Wir haben alle unsere Berechtigung. Und kein Mensch auf der Welt kann sich anmaßen zu sagen, wer hierher gehört und wer nicht.” Mit ihrer aktuellen Ausstellung in Aurich möchte die Künstlerin zeigen, was ein Mensch mit Behinderung alles leisten kann. Auch, wenn sie nicht mehr sehen kann. DAS soll jeder sehen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche