Schock nach SchluckbeschwerdenDrei Liter Essen in der Speiseröhre: „Sie konnte seit Jahren nicht mehr richtig schlucken”

Essensreste erweitern ihre Speiseröhre auf 15 Zentimeter!
Über Jahre hat Patientin Saskia (Name geändert) aus dem Landkreis Nienburg Beschwerden beim Schlucken. Es folgt ein Arztbesuch nach dem anderen, ohne klare Diagnose. Dann verschlechtert sich ihr Zustand plötzlich.

Seltene Krankheit erst nicht festgestellt

„Ich hatte ständig das Gefühl, als hätte ich Muskelkater im Oberkörper“, berichtet Patientin Saskia. Hinzu kommen Probleme beim Liegen und Atmen und häufiges Aufstoßen. Doch an Weihnachten verschlechtert sich ihr Zustand plötzlich drastisch: Sie kann weder essen noch trinken, droht zu ersticken und kommt in die Notaufnahme.

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„Sie konnte seit Jahren nicht mehr richtig schlucken!”

„Die Patientin befand sich in einem potenziell lebensbedrohlichen Zustand”, berichtet Chefarzt Dr. Markus Bauer von den Helios Kliniken Mittelweser im RTL-Interview. „Sie hat angegeben, dass sie eigentlich schon seit Jahren gar nicht mehr richtig schlucken konnte”, so der Chefarzt weiter. Da es ein schleichender Prozess gewesen sei, habe sich Saskia wohl an die Lebensumstände angepasst: So macht sie Yoga gegen die Schmerzen und nimmt in Gesellschaft meist nur flüssige Nahrung zu sich.

Ärzte holen drei Liter Essen aus Speiseröhre_Helios Kliniken Mittelweser.jpg
Chefarzt Markus Bauer zeigt an einem CT-Gerät die Speiseröhre der Patientin
Helios Kliniken Mittelweser
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Verlauf selbst unter Betroffenen außergewöhnlich

Acht Jahre lang sagen Ärzte, ihre Beschwerden hätten eine seelische Ursache. Als Dr. Bauer ein CT-Bild ihres Brustkorbes in Auftrag gibt, kommt der Schock. Der Chefarzt sieht, „Speisereste, die diese Speiseröhre so weit ausgedehnt haben [...], dass im Brustkorb ein bedrückendes Gefühl macht und auch Atemnot und Schmerzen.” Die Speiseröhre droht einzureißen. In zwei aufwendigen Operationen können Ärzte die Reste komplett entfernen. Sie setzen einen Metallstent ein, um den Abfluss zu ermöglichen. „Es war wie eine Befreiung, sofort hatte ich keine Beschwerden mehr“, berichtet die Patientin.

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In Deutschland sind von dieser Erkrankung lediglich rund 7.000 bis 8.000 Menschen betroffen, so die Helios Kliniken Mittelweser. Saskias Verlauf sei selbst unter Betroffenen außergewöhnlich. Eine gesunde Speiseröhre habe normalerweise einen Durchmesser von etwa zwei bis drei Zentimetern. Bei Patientin Saskia war sie durch die Speisereste jedoch an einzelnen Stellen auf nahezu 15 Zentimeter erweitert.

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„Ich sitze jetzt völlig entspannt am Tisch und esse”

In etwa zwei Wochen steht Patientin Saskia ein weiterer Eingriff bevor. Zwar muss sie sich bis dahin weiter flüssig ernähren, aber schon jetzt spürt sie die Erleichterung: „Ich sitze jetzt völlig entspannt am Tisch und esse, mache mir nur noch wenig bzw. kaum Gedanken, ob die Nahrung in den Magen rutscht”, berichtet Saskia im RTL-Interview. Durch den Eingriff soll ihre Lebensqualität noch weiter verbessert werden, so Chefarzt Markus Bauer. „Eine gewisse Vorsicht bei der Wahl der Speisen wird jedoch weiterhin notwendig sein.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Helios Kliniken Mittelweser