Familienausflug am Badesee endet im KrankenhausHeiße Grillkohle achtlos entsorgt: Zweijähriger verbrennt sich die Füße

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An beide Füße erleidet ein Zweijähriger schwere Verbrennungen.
Privat
von Henrike Laing

„Mein Fuß, mein Fuß”, ruft der Kleine plötzlich!
Es ist ein warmer Tag am Wochenende, der sich für Svenja E. und ihren zweijährigen Sohn zum Albtraum entwickelt. Der Junge tritt barfuß ins Gebüsch, doch dort liegt heiße Grillkohle.

„Dann hörte ich meinen Sohn nur sehr laut schreien”

Am Eichbaumsee in Allermöhe genießen die Mutter und ihr Kind am 23. Mai gemeinsam mit Freunden den Samstag. Die Kinder spielen im Wasser und im Sand. Dann auf einmal der Schreck, erzählt Svenja E., die ihren vollen Namen nicht nenne möchte, im Gespräch mit RTL: „Einer von den Jungs hatte eine Frisbee in Richtung Busch geworfen. Und da wollten die Kinder hin, die Frisbee wieder zu holen. Und dann hörte ich meinen Sohn nur sehr laut schreien und bin sofort hin.”

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Grillkohle im Gebüsch verletzt Kleinkind

Die 40-jährige Mutter läuft sofort zu ihrem schreienden Kind, kann aber zunächst gar nicht erkennen, was passiert ist. „Er hat gesagt: ‘Mein Fuß, mein Fuß!’ Und dann habe ich irgendwie geguckt und gefragt, ob er umgeknickt ist. Da weinte er aber schon recht stark”, erinnert sich die 40-Jährige. Ein zu Hilfe eilender Freund von Svenja E. entdeckt schließlich Grillkohle auf dem Boden, die nach einem kleinen Tritt direkt wieder zu qualmen beginnt. „Ich habe es im Augenwinkel nur noch so leicht hochdampfen sehen und habe dann gar nicht richtig hingeguckt, ehrlich gesagt. Ich habe dann meinen Sohn geschnappt und bin dann zum Wasser zum See gerannt und habe die Füße da reingehalten”, erzählt die Mutter.

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Große, weiße Brandblasen bilden sich direkt nach dem Unfall an der Fußsohle.
Privat

In einem naheliegenden Toilettenraum versucht sie ihren Sohn zu beruhigen und die Wunden etwas zu behandeln. Doch die Fußsohlen des Zweijährigen zeigen schon erste weiße Brandflecken. „Man merkte einfach, dass er unglaubliche Schmerzen hatte”, erinnert sich Svenja E. Kurze Zeit später eilen ein Rettungswagen und Notarzt dem kleinen, verletzten Jungen zu Hilfe. Schnell ist klar: Es handelt sich um Verbrennungen zweiten Grades. „Ich hatte ihn auf dem Arm und da merkte man auch tatsächlich schon, der Körper hat so gearbeitet. Das müssen solche Schmerzen gewesen sein, dass er so richtig - Der war gar nicht mehr richtig da. Der stand schon so ein bisschen neben sich und schwitzte wie Hulle.”

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Zwei OPs und mehrere Tage im Krankenhaus

Das Kleinkind wird in das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg gebracht. Kurz nach Ankunft wird der kleine Junge schon in Narkose gelegt und die erste Operation beginnt. An den verletzten Stellen wird die Haut an den Fußsohlen abgetragen. Es folgen mehrere Tage Krankenhausaufenthalt für den Zweijährigen und seine Mutter. Am Montag operieren die Ärzte den Kleinen ein zweites Mal.

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Mittlerweile sind Mutter und Kind wieder Zuhause. Die Wunden verheilen gut, sodass keine Hauttransplantation notwendig ist. Ob Narben und Gefühlsschäden bleiben werden, ist unklar. „Für mich sieht es noch immer schlimm aus, aber die Ärzte finden es schon richtig gut”, berichtet die Mutter nach dem letzten Kontrolltermin am Mittwoch (3. Juni). Laufen tut der Junge aber noch immer nicht. „Entweder traut er sich noch nicht oder er kann es nicht”, so Svenja E.

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Der Verband am linken Fuß konnte mittlerweile ab.
Privat

Nach diesem Mann sucht die Polizei

Zur Wut der Mutter fehlt von den Personen, die mutmaßlich für die schwere Verletzung ihres Kindes verantwortlich sind, noch jede Spur. Eine Familie, hatte in der Nähe von Svenja E. und ihren Freunden gegrillt. Während die Mutter sich um ihren verletzten Sohn nach dem Vorfall kümmert, sprechen ihre Freunde die Familie an, die gerade gehen will. „Die hatten halt gerade alle Taschen zusammengepackt und standen da so ein bisschen schockiert noch und meinten dann so „Ne.” Aber das schon so zögerlich”, berichtet Svenja E.

Und schon ist die Familie weg. Svenja E. erstattet im Anschluss Anzeige bei der Hamburger Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Unbekannt. Die Ermittlungen laufen. Da sich der Vater der grillenden Familie am See auch sonst auffällig verhalten hat und sich nach Angabe von Svenja E. mit einem anderem Mann gestritten hat, hofft sie auf Zeugen, die Hinweise zu dem gesuchten Familienvater geben können. Er sei tätowiert gewesen, habe dunkle Haare und ein dunkles T-Shirt getragen. Wer Angaben dazu mache kann, soll sich gerne an die Polizei Hamburg wenden.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche