Großeinsatz auf St. PauliZwei Männer auf Fabrikgelände in Hamburg erschossen

Tödliche Schüsse mitten in Hamburg!
Auf einem Fabrikgelände im Stadtteil St. Pauli sind am späten Dienstagabend (1. September) zwei Männer erschossen worden. Zeugen hören Schüsse und alarmieren die Polizei. Als die ersten Beamten eintreffen, finden sie zwei Schwerverletzte – für beide kommt jede Hilfe zu spät.
Zeugen hören Schüsse – zwei Männer sterben am Tatort
Gegen 22 Uhr gehen bei der Polizei Notrufe ein. Zeugen berichten von Schussgeräuschen aus dem Bereich des Fabrikgeländes nahe der S-Bahn-Station Sternschanze. Mehrere Polizeistreifen eilen daraufhin in die Lagerstraße. Auf dem Gelände entdecken die Einsatzkräfte zwei schwer verletzte Männer. Beide sterben noch am Tatort an ihren Verletzungen. Nach Angaben der Polizei wurden sie durch Schussabgaben schwer verletzt. Weitere Verletzte gibt es nach aktuellem Stand nicht. Wer geschossen hat und warum, ist bislang nicht bekannt.
Lese-Tipp: Sieben Verletzte nach heftiger Auseinandersetzung
Polizei fahndet mit mehr als zwei Dutzend Streifenwagen
Noch in der Nacht beginnt eine großangelegte Fahndung. Nach Angaben eines Sprechers des Polizei-Lagezentrums sind daran „mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen“ beteiligt. Die Lagerstraße wird weiträumig abgesperrt. Laut Hamburger Abendblatt sind neben der Mordkommission unter anderem Schutz- und Bereitschaftspolizisten, Bundespolizisten aus Uelzen sowie Rettungsdienst und Notarzt im Einsatz. Mindestens eine Drohne sucht dem Bericht zufolge das Areal ab.

Zunächst ist offenbar unklar, ob sich der oder die Täter noch auf dem Gelände befinden. Deshalb gehen die Einsatzkräfte mit großer Vorsicht vor. Für Anwohner bestehe jedoch keine Gefahr, sagt ein Sprecher des Lagezentrums in der Nacht.
Polizei vermutet Verbindung zwischen Opfern und Täter
Was steckt hinter den tödlichen Schüssen? Diese Frage beschäftigt nun die Mordermittler. Einen ersten Hinweis gibt es bereits: Die Polizei geht von einer sogenannten „Tatvorbeziehung“ aus. Das bedeutet, dass sich Opfer und Täter offenbar kannten. Weitere Einzelheiten zu den beiden getöteten Männern oder einem möglichen Tatverdächtigen sind zunächst nicht bekannt.
Auf dem Gelände befinden sich mehrere Unternehmen, unter anderem ein Boxclub, ein Restaurant und ein Fleischgroßhändler. Das Hamburger Abendblatt berichtet, Gäste des Restaurants werden während des Einsatzes gruppenweise aus dem Gebäude gebracht. Sie hätten von den tödlichen Schüssen offenbar nichts mitbekommen.

Bereits Ende Juni war genau dieses Betriebsgelände Schauplatz eines Polizeieinsatzes. Unbekannte warfen damals eine Handgranate über eine Mauer in den Hof. Der Sprengsatz explodierte und verursachte Sachschaden, verletzt wurde niemand. Seitdem sucht die Polizei nach dem Täter oder den Tätern – bislang wohl ohne Erfolg.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, dpa, Hamburger Abendblatt


