Frauenrechtlerinnen empfehlen diesen Trick Wie ein Löffel in der Unterhose vor Zwangsheirat schützen kann

Kleiner Löffel, große Wirkung!
Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat bedroht sind, haben häufig wenig Chancen, dem zu entgehen. Nicht selten werden sie dafür, teils unter Vorwänden, ins Ausland gelockt. Frauenrechtlerinnen empfehlen den Löffel-Trick als letztes Mittel, um dem Martyrium zu entkommen.
Zwangsheirat im Ausland findet oft ohne Vorwarnung statt
Von einer Zwangsehe spricht man hier, wenn mindestens einer der Ehepartner durch Drohungen oder sogar Gewalt zu einer Heirat gezwungen wird. In Deutschland ist die Zwangsverheiratung, wie auch in vielen anderen Ländern der Welt, verboten. Trotzdem kommt es vor, dass Minderjährige ins Ausland verschleppt oder unter einem Vorwand gelockt werden, um dort zu heiraten – gegen ihren Willen. Oft haben Betroffene keine Möglichkeit, sich einer Zwangsehe zu widersetzen.
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Haben Betroffene den Verdacht, im Ausland zwangsverheiratet werden zu sollen, ist es wichtig, „dass man sich rechtzeitig Hilfe sucht, sei es, dass man einer Vertrauensperson davon erzählt, oder dass man sich an eine professionelle Beratungsstelle wendet”, erklärt Myria Böhmecke vom Verein Terre Des Femmes, eine gemeinnützige Frauenrechtsorganisation. „So sollte man z. B. Kopien des Passes machen, Geld und ein der Familie nicht bekanntes Handy versteckt mit sich führen”, rät die Expertin.
Der Trick mit dem Löffel in der Unterhose
Sollte nichts anderes mehr helfen, kommt der Löffel ins Spiel: „Den Tipp, dass man sich einen Löffel in die Unterwäsche steckt, ist nur für den absoluten Notfall gedacht, wenn man vorher tatsächlich überhaupt keine Möglichkeit hat, sich Hilfe zu suchen, weil man z. B. vor dem Abflug eingesperrt wurde”, schildert Myria Böhmecke.
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„Wenn sie einen kleinen Metallgegenstand wie einen Löffel in ihrer Kleidung verstecken, werden die Metalldetektoren am Flughafen ausgelöst. Wenn das Mädchen über 16 Jahre alt ist, wird es in einen privaten Raum gebracht, wo es vielleicht eine letzte Chance hat, um Hilfe zu bitten”, schreiben die Löffel-Trick-Initiatoren der Frauenrechtsorganisation Karma Nirvana.
Bundesweit fehlen Zahlen zu Zwangsehen
Wie weit verbreitet der Löffel-Tipp ist, wisse man nicht genau, so Myria Böhmecke: „Denn es fehlen auch allgemein Zahlen, wie viele Personen überhaupt (im Ausland) zwangsverheiratet werden, aktuelle bundesweite Studien fehlen.”
Wie viele Kinder und Jugendliche tatsächlich von Zwangsehen bedroht sind, liegt in Deutschland weitestgehend im Dunkeln. Zahlen aus 2008 belegen lediglich, dass sich in Deutschland 3.443 Personen dazu beraten ließen. Gerade zur Sommerferienzeit werde aber viel Präventionsarbeit an Schulen geleistet, um für das Thema und die Hilfsmöglichkeiten zu sensibilisieren, erklärt Myria Böhmecke. Und falls wirklich gar nichts anderes mehr hilft, könnte der Löffel in der Unterhose vielleicht ein Leben retten.
Hinweis: Dieser Artikel erschien auf RTL.de zuerst im Jahr 2024.


