Dringlichkeitsstufe herabgesetztBritin (39) stirbt, weil sie 14 (!) Stunden auf einen Krankenwagen warten muss

Gesundheitsversorgung in Großbritannien
Als die Sanitäter endlich bei Heather Louise Parkhill eintreffen, können sie ihr nicht mehr helfen (Symbolbild)
AP, Alberto Pezzali/AP/dpa, Alberto Pezzali

Mehrere Notrufe, doch niemand kommt.
Wie schlimm müssen sich diese Stunden für Heather Louise Parkhill angefühlt haben? Am 7. April 2025 wird von ihrem Haus im walisischen Örtchen Garden City der erste Notruf abgesetzt. Doch dann geschieht offenbar ein fataler Fehler. Als schließlich am nächsten Vormittag ein Krankenwagen eintrifft, ist ihr Zustand bereits äußerst ernst, berichtet North Wales Live.

Heather Louise Parkhill braucht dringend Hilfe

An einem Montagabend um 20.41 Uhr geht der erste Notruf wegen Heather Louise Parkhill ein. Wer die Rettungskräfte alarmiert, ist unklar. Ihre nicht näher beschriebenen Symptome gehen laut North Wales Live auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück. Zu diesem Zeitpunkt sind gerade alle Rettungswagen im Einsatz. „Eine Überprüfung um 21:27 Uhr führte fälschlicherweise zu einer Herabstufung der Dringlichkeit des Anrufs”, heißt es im Protokoll einer Anhörung bei Courts and Tribunals Judiciary.

Als es der 39-Jährigen am nächsten Morgen nicht besser geht, wird erneut der Notruf gewählt. Mehrmals, in kurzen Abständen: um 6.49 Uhr, 7.04 Uhr, 7.39 Uhr, 8.33 Uhr und 9.37 Uhr. Allerdings sind wieder alle Rettungskräfte ausgerückt, niemand kann nach Garden City fahren! Erst nach einem Anruf um 10.41 Uhr erkennt ein Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle den Ernst der Lage und priorisiert den Einsatz nach vorne. Sieben Minuten später treffen die Rettungskräfte bei Heather Louise Parkhill ein.

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Gerichtsmediziner verkündet trauriges Ergebnis

Der Gesundheitszustand der 39-jährigen ist mittlerweile kritisch, es werden Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt, schreibt The Mirror. Doch es ist zu spät, die Rettungskräfte erklären Heather Louise Parkhill noch vor Ort für tot, nachdem sie insgesamt eine Stunde versucht haben, die Frau zu reanimieren.

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Hätte ihr Tod verhindert werden können, wenn die 39-Jährige früher Hilfe erhalten hätte? Um diese Frage zu klären, wird eine Obduktion durchgeführt. Der leitende Gerichtsmediziner für Nordwales John Gittens stellt fest, dass die Todesursache eine Fettlebererkrankung ist, wie New Wales Live berichtet: „Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Tod durch eine frühere medizinische Behandlung hätte verhindert werden können, die jedoch nicht mehr zur Verfügung stand. Der Tod der Verstorbenen war letztlich alkoholbedingt, wurde aber durch Vernachlässigung mitverursacht.“

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Am 29. Januar 2026 endet das juristische Verfahren um Heather Louise Parkhills Tod mit einem traurigen Ergebnis. Der Gerichtsmediziner kommt zu dem Schluss, dass die Waliserin vermutlich hätte gerettet werden können, wenn die Helfer früher bei ihr eingetroffen wären. Der zuständige Rettungsdienst, der Welsh Ambulance Service, akzeptiert laut North Wales Live die Einschätzung des Experten: „Im Namen aller Mitarbeiter des Welsh Ambulance Service möchte ich der Familie von Frau Parkhill mein aufrichtiges Beileid aussprechen.” Man wolle nun schauen, wie man den Rettungsdienst vor Ort verbessern könne. (lha)

Verwendete Quellen: North Wales Live, Courts and Tribunals Judiciary, The Mirror