Regierung fordert AufklärungVerschwundene Lyhanna (11) ist tot

Polizei, Taucher, Hunde und Hubschrauber suchen seit Freitag fieberhaft nach dem Mädchen. Die Eltern geben die Hoffnung nicht auf.
Polizei, Taucher, Hunde und Hubschrauber suchten seit einer Woche fieberhaft nach dem Mädchen.
Gendarmerie du Gers

Tragisches Ende nach tagelanger Suche.
Im Fall der in Frankreich verschwundenen Lyhanna gibt es nun traurige Gewissheit. Bei der am Donnerstag in einem Getreidesilo in einer Ortschaft bei Toulouse entdeckten Kinderleiche handelt es sich um die seit einer Woche vermisste Elfjährige, teilte Staatsanwalt Olivier Naboulet nach einer Obduktion in einer Erklärung mit, aus der französische Medien zitierten. Zur Bestimmung der Todesursache seien weitere Untersuchungen nötig.

Vermisste Lyhanna tot aufgefunden

Ein 41 Jahre alter Mann und Vater einer Schulkameradin, der die Elfjährige am Freitag vergangener Woche mit dem Auto mitnahm, angeblich um das Kind auf dessen Bitte hin am Schwimmbad abzusetzen, befindet sich seit etlichen Tagen in Untersuchungshaft. Die Polizei verdächtigt ihn, etwas mit dem Schicksal des Mädchens zu tun zu haben.

Tatverdächtiger bleibt in Untersuchungshaft

Wie sich herausstellte, gab es mehrere Anzeigen und Ermittlungsverfahren gegen den Mann wegen der Vergewaltigung von Minderjährigen, die die Justiz teils einstellte oder schleifen ließ. Seit der letzten Anzeige im August 2025 sei der Mann nicht einmal von der Polizei vernommen worden, berichtete die Zeitung Le Figaro.

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Fall löst landesweite Bestürzung aus

„Es ist offensichtlich, dass es hier ein Versagen gibt, und wir können nicht übersehen, dass Schwachstellen zutage getreten sind; diese müssen geklärt werden (...) ebenso wie die Verantwortlichkeiten, die hier eine Rolle spielen”, sagte Präsident Emmanuel Macron. Am Vortag bereits hatte Justizminister Gérald Darmanin gesagt, der Umgang der Justiz mit den Hinweisen auf den Verdächtigen sei „völlig inakzeptabel”, es handele sich um ein „Versagen”.

In Frankreich ist das Schicksal des Mädchens inzwischen zum Nachrichtenthema Nummer eins geworden und viele Menschen und Politiker haben sich erschüttert geäußert, dass die Justiz den Schutz von Kindern in der Praxis anscheinend nicht gewährleisten kann.

Verwendete Quelle: dpa