Ein halbes Leben in UngewissheitMargarets Sohn seit 40 Jahren vermisst – fiel er dem „Frankenstein-Killer“ zum Opfer?

Sie wartet seit fast vier Jahrzehnten auf Antworten.
Simon Parkes verschwand 1986 nach einem Landgang in Gibraltar spurlos. Seine Mutter Margaret glaubt bis heute, dass ein verurteilter Doppelmörder mehr über das Schicksal ihres Sohnes weiß – und fleht ihn nun an, endlich die Wahrheit zu sagen.
Simon (18) hatte sogar schon Weihnachtsgeschenke für seine Familie gekauft
Am 12. Dezember 1986 verschwand der damals 18-jährige Funker Simon Parkes, nachdem der Flugzeugträger HMS Illustrious im britischen Überseegebiet Gibraltar angelegt hatte. Der junge Matrose aus Bristol kehrte nach einem Abend mit Kameraden nicht mehr an Bord zurück. Seinen Reisepass, persönliche Gegenstände und sogar die Weihnachtsgeschenke für seine Familie ließ er auf dem Schiff zurück.

Fast 40 Jahre später wartet seine Mutter Margaret Parkes noch immer auf Antworten. In einem Gespräch mit dem Mirror richtet die heute 80-Jährige einen eindringlichen Appell an Allan Grimson. Sie fordert ihn auf, endlich offenzulegen, was mit ihrem Sohn geschehen ist.
Neues Urteil gegen den „Frankenstein-Killer“
Allan Grimson ist ein ehemaliger Petty Officer der Royal Navy und verbüßt seit 2001 eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen des Mordes an zwei jungen Marinesoldaten. Britische Medien gaben dem heute 66-Jährigen den Beinamen „Frankenstein-Killer“ – wegen seiner rund 1,88 Meter großen Statur und seiner markanten hohen Stirn, die an die bekannte Romanfigur erinnern soll.
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Jetzt wurde Grimson vor dem Winchester Crown Court wegen 13 weiterer Straftaten schuldig gesprochen. Wie die Hampshire and Isle of Wight Constabulary mitteilt, verurteilte ihn das Gericht unter anderem wegen der Vergewaltigung eines 18-Jährigen, mehrerer sexueller Übergriffe auf drei weitere junge Männer beziehungsweise Jungen sowie wegen der Herstellung kinderpornografischer Aufnahmen. Die Taten ereigneten sich zwischen 1994 und 1999, unter anderem in einer Wohnung an der London Road in Portsmouth. Das Strafmaß soll am 6. November verkündet werden.

Warum Margaret Parks den „Frankenstein-Killer” verdächtigt
Margaret Parkes ist überzeugt, dass Grimson auch etwas mit dem Verschwinden ihres Sohnes zu tun hat. Simon und der spätere Doppelmörder dienten 1986 zur selben Zeit auf der HMS Illustrious.
Grimson wurde zwar nie wegen Simons Verschwinden angeklagt, rückte nach seiner Verurteilung im Jahr 2001 aber immer wieder in den Fokus der Ermittler. Denn auch seine beiden späteren Mordopfer waren junge Marinesoldaten von der HMS Illustrious. Zudem wurden ihre Leichen jeweils am 12. Dezember abgelegt – genau an dem Datum, an dem Simon Parkes Jahre zuvor verschwand. Der Richter bezeichnete Grimson damals als einen „Serienmörder seiner Natur nach, wenn auch nicht nach der Zahl seiner Opfer“.

Polizei suchte jahrelang nach Antworten im Fall Simon Parkes
Die Ermittler nahmen den Vermisstenfall mehrfach wieder auf und suchten in Gibraltar unter anderem auf einem Friedhof sowie auf einem Parkplatz nach Hinweisen. Trotz aufwendiger Grabungen fanden sie jedoch keine Spur von Simon.
Ende 2025 stellte die Polizei ihre Ermittlungen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft ein. Weitere Beweise gegen Grimson hätten sich nicht finden lassen. Der 66-Jährige bestreitet bis heute jede Beteiligung an Simons Verschwinden.
Für Simons Mutter wird die Zeit knapp
Für Margaret Parkes ist die Entscheidung der Polizei nur schwer zu akzeptieren. Sie hofft weiterhin, dass die Ermittlungen eines Tages wieder aufgenommen werden. „Wir wollen wissen, wo Simon ist“, sagt sie dem Mirror. Außerdem wünsche sie sich, dass ein Gericht den Tod ihres Sohnes offiziell feststellen könne. Erst dann könne ihre Familie nach fast 40 Jahren eine Sterbeurkunde erhalten und Abschied nehmen.
„Ich bin jetzt 80 Jahre alt. Wir haben wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit“, sagt Margaret. Ihren Appell an Allan Grimson gibt sie deshalb nicht auf: „Bitte sag uns, was mit Simon passiert ist.“
Verwendete Quellen: Mirror, Hampshire and Isle of Wight Constabulary
































