Absperrungen, großer Polizei- und Feuerwehreinsatz, die direkten Nachbarn alle evakuiert. Und dazwischen Menschen in Schutzanzügen, die eine Wohnung ganz genau untersuchen. Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende.
Über 60 Kräfte aus Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr wurden für den Einsatz alarmiert. Unterstützung gab es auch über die Landesgrenze hinaus. Aus Hamburg kamen Experten mit einem Speziallabor.
Schuld sind diese Rosen. Lenas Mann hatte sie bei einem Online-Blumenhändler bestellt, damit Lena sie ihrer Schwester zum Geburtstag schenken kann. Doch als sie und eine Freundin die Rosen auspacken, wird ihr sofort schlecht und schwindelig.
Die Frauen haben dann den Notruf gewählt und wurden in ein Krankenhaus nach Rostock gebracht – mit dem Verdacht, dass die Blumen mit Quecksilber kontaminiert gewesen sein könnten.
Die Spezialkräfte finden tatsächlich Quecksilber in den Blumen. Das Schwermetall kann bereits in kleinen Mengen Gesundheitsschäden verursachen. Eine hohe Dosis kann schnell zu Übelkeit und Erbrechen führen, im Extremfall sogar zum Tod. Aus dem Krankenhaus informiert Nageldesignerin Lena ihre Kundinnen in ihrer Muttersprache.
„Bitte gebt mir zwei Wochen Zeit, bis ich wieder arbeiten kann.“ Und weiter: „Zu sagen, ich sei schockiert, wäre eine Untertreibung. Aber alles ist in Ordnung.“
Mittlerweile konnten die 28-Jährige und ihre 19-jährige Freundin das Krankenhaus wieder verlassen. Die Bewohner konnten zurück in ihre Wohnungen. Nur Lenas Wohnung bleibt noch eine Woche gesperrt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen Unbekannt.
Uns gegenüber hat Lena gesagt, der Blumenhändler sei für sie nicht verdächtig. Er stehe selber unter Schock. Sie habe schon öfter dort Blumen bestellt und sei bisher immer zufrieden gewesen.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche
Wie, wann und von wem die Rosen mit Quecksilber vergiftet wurden, ist bisher noch völlig unklar.