Nach US-Militäreinsatz verhaftetIn Handschellen! Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro kommt in den USA an
„Gute Nacht und frohes neues Jahr.”
Wenige Stunden nach seiner Gefangennahme beim US-Militäreinsatz in Venezuela ist der bisherige Staatschef Nicolás Maduro in einem Gefängnis in New York inhaftiert worden. Das Weiße Haus veröffentlichte am Samstagabend (3. Januar) ein Video von dem 63-Jährigen in Haft. Ihm soll wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden.
Maduro soll in New York der Prozess gemacht werden
Die Zukunft Venezuelas erschien unterdessen höchst ungewiss. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die USA würden übergangsweise selber in Venezuela regieren – doch konkretisierte er nicht, wie dies geschehen soll.
Der linksnationalistische Staatschef Maduro war während eines Blitzeinsatzes des US-Militärs zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores gefasst worden. Das vom Weißen Haus im Onlinedienst X veröffentlichte Video zeigt, wie der 63-Jährige in Handschellen und Sandalen von Beamten in eine Einrichtung der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA in New York gebracht wurde. „Gute Nacht, frohes neues Jahr”, sagte Maduro dabei auf Englisch.
Zuvor hatte ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachtet, wie Maduro am Stewart-Flughafen nördlich von New York aus einem Flugzeug gebracht wurde. Von dort wurde er per Hubschrauber nach New York transportiert, wo ihm wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus” der Prozess gemacht werden soll. Trump wirft Maduro vor, in den Drogenhandel verwickelt zu sein. Dieser werde „den vollen Zorn der amerikanischen Justiz” zu spüren bekommen, erklärte Justizministerin Pam Bondi.
USA übernehmen übergangsweise Führung von Venezuela
Kurz nach der Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten hatte Trump bereits ein Foto Maduros verbreitet, das ihn in Handschellen, mit einer schwarzen Maske und in einem grauen Jogginganzug zeigte. Auf dem Bild sei Maduro an Bord des US-Kriegsschiffs „USS Iwo Jima” zu sehen, schrieb Trump in Onlinediensten.

Trump kündigte an, dass die USA nun die Führung Venezuelas übergangsweise selbst übernehmen würden. Die USA würden in dem südamerikanischen Land bleiben, „bis ein ordentlicher Übergang stattfinden kann.” Er werde „Personen” aus seinem Kabinett benennen, die für Venezuela zuständig sein sollten.
Der US-Präsident ließ offen, wie eine US-Verwaltung Venezuelas konkret aussehen könnte. Die dortige linksgerichtete Regierung übt nach der Gefangennahme Maduros weiter die Amtsgeschäfte aus. Maduros bisherige Stellvertreterin wurde wenige Stunden nach dem US-Angriff vom venezolanischen Obersten Gericht zur Interimspräsidentin ernannt. Damit solle die Kontinuität der Verwaltung und Verteidigung des Landes gewährleistet werden, erklärte das Gericht. Trump brachte überraschenderweise die Option einer Zusammenarbeit mit Rodríguez ins Spiel und nannte hingegen die konservative venezolanische Oppositionschefin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ungeeignet für das Präsidentenamt.
US-Elitesoldaten nehmen Venezuelas Staatschef fest
Während des großangelegten US-Militäreinsatzes in der Nacht zum Samstag (3. Januar) wurde Maduro laut Trump von US-Elitesoldaten in einem stark bewachten Gebäude gefangen genommen, als er sich gerade in einen stahlverstärkten Schutzraum flüchten wollte. „Er war in einer Festung”, sagte Trump dem Sender Fox News.
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Bei dem US-Einsatz gab es laut Trump keine Toten auf US-Seite. Der US-Präsident sagte der New York Post, dass jedoch „viele” Kubaner getötet worden seien, die Maduros Leibgarde angehört hätten. Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten verfolgte Trump nach eigenen Worten von seinem Privatanwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida aus, „als ob ich eine Fernsehshow schauen würde”.
Nach Angaben des US-Generalstabschefs Dan Caine nahmen an den Angriffen in Venezuela 150 US-Flugzeuge teil. Diese hätten die in Hubschraubern eingeflogenen Soldaten unterstützt, die Maduro festnahmen. Maduro und seine Frau hätten sich ohne Widerstand ergeben. Dem Einsatz vorausgegangen sei monatelange Geheimdienstarbeit, bei der zahlreiche Details über Maduros Gewohnheiten gesammelt worden seien, darunter seine Ernährung und Haustiere. (afp/lha)
Verwendete Quellen: afp


