Amokfahrt mit vielen OpfernUm 21.58 Uhr wurde der CSD Berlin zum Tatort

Eine Demonstration für Vielfalt und fürs Leben endet im Horror.
Ein weißer Transporter rast Samstagabend durch den Großen Tiergarten in Berlin. Dort feiern noch viele Menschen den Christopher Street Day (CSD). Um 21.58 Uhr beginnt für die Berliner Feuerwehr, Notärzte und Sanitäter ein dramatischer Kampf um Menschenleben. Eine Rekonstruktion.
Retter müssen in wenigen Augenblicken entscheiden: Wer braucht jetzt sofort Hilfe?

Hunderttausende Menschen haben am Samstag in Berlin den Christopher Street Day gefeiert – um kurz vor 22.00 Uhr endet das Fest abrupt. Ein Fahrzeug wird in der Nähe des Potsdamer Platzes in die Menschenmenge gelenkt. Zeugen beschreiben später, wie sie Schreie gehört hätten. Und das Geräusch, als der Mini-Van in die Menschen prallte.
Mindestens eine Person kommt ums Leben, wie die Polizei später am Abend mitteilt. 16 weitere Menschen werden verletzt. Innerhalb von Minuten müssen die Helfer sich einen Überblick verschaffen, wer wie schwer verwundet ist. Die Bilanz in der Nacht zu Sonntag: drei Menschen haben lebensbedrohliche und acht schwere Verletzungen. Zudem gibt es fünf leicht verletzte Opfer.
30 weitere Menschen werden von den Helfern der Feuerwehr betreut. Sie stehen unter dem Eindruck des Geschehens. Notfallseelsorger kümmern sich teils noch vor Ort.
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So lief die Amokfahrt vermutlich ab

Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein weißer Wagen gegen 22.00 Uhr am Ahornsteig parallel zur Lennéstraße, wie Polizeisprecher Nath erklärte. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor er mit einem Baum kollidierte. Der Fahrer habe das Fahrzeug verlassen und sei geflohen. Zeugen berichten teils von einem Täter, aber auch von mehreren. Wie viele es sind? Das ist unklar. Ebenso, ob der oder die Täter nach der Amokfahrt noch auf Menschen eingestochen hat oder haben. „Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und die verletzt hat”, so ein Polizeisprecher.
In der Nacht zu Sonntag teilt die Polizei mit: Ein Tatverdächtiger sei identifiziert, aber noch nicht festgenommen. Der Mann sei polizeibekannt und gehöre zur „islamistischen Szene”.
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Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den CSD gefeiert. Mit ihrer Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. Mit einer Regenbogenflagge um die Schultern spielte sie rund eine halbe Stunde lang ihre Songs. Kurz danach begann der Horror.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche/ dpa


