„Lagebild Kinder- und Jugendkriminalität in NRW“ vorgestelltWeniger junge Tatverdächtige in NRW – Zahlen gehen etwas zurück

von Emily Krämer und Vanessa Nikić

Die Zahlen sind erschreckend: 2025 gab es knapp 95.000 Tatverdächtige unter 21 Jahren. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat in Steinfurt ein entsprechendes Lagebild vorgestellt. Um welche Straftaten geht es?

Kriminelle Bande aus Steinfurt

Wenn die Schule zum Tatort wird, das Handy zur Waffe und Minderjährige zu Tätern - darum ging es am Mittwoch (09.09.) bei der Kreispolizeibehörde in Steinfurt. Mit dabei war der NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Ermittler haben in Steinfurt eine Gruppe geschnappt. Darunter waren zwei Ukrainer, ein Deutscher und ein Deutsch-Serbe. Diebstahl bis Körperverletzung waren für sie an der Tagesordnung. Sie sind zwischen elf und 13 Jahre alt und damit nicht strafmündig. Für Reul muss sich etwas ändern. Er meint: „Man kann nicht zulassen, dass Kinder und Jugendliche - nur weil sie keine 14 sind - machen können, was sie wollen. Dafür braucht es eine Antwort. Die Antwort muss nicht heißen Gefängnis. Das ist Quatsch. Es muss eine pädagogische Antwort sein. Es muss eine Antwort sein, wo erkennbar wird: Es gibt eine Grenze und Regeln müssen sich auch Kinder und Jugendliche halten.”

Neues Lagebild: Ausländer überrepräsentiert

Das neue Lagebild zu Kinder- und Jugendkriminalität in NRW zeigt: 2025 gab es 5,7 Prozent weniger Tatverdächtige unter 21 Jahren im Vergleich zum Vorjahr. Es sind aber immer noch 94.385. Damit waren sie für 17,6 Prozent der Straftaten verantwortlich. Der Rückgang könnte mit der Cannabis-Legalisierung zu tun haben. Sie gilt seit dem 01. April 2024. Reul glaubt aber auch, dass seine Maßnahmen wirken. Den Trend findet er gut. Zeit zum Zurücklehnen, ist aber auch nicht. Gerade Sexualstraftaten haben zugenommen. Die meisten der jungen Tatverdächtigen sind männlich. Ausländer sind immer noch überrepräsentiert. Die Zahl ist sogar leicht gestiegen. Fast jeder dritte von den Deutschen hat mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit: am häufigsten die Türkische.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

NRW-FDP warnt vor Dunkelziffer

Die NRW-FDP findet das Lagebild alarmierend und warnt vor einer großen Dunkelziffer. Marcel Hafke fordert deshalb: Eltern sollen mehr Verantwortung übernehmen. Wenn sie zum Beispiel Sozialleistungen empfangen, müssen die gekürzt werden. Für kriminelle Jugendliche will er Bootcamps mit Handy-Verbot.