US-Präsident tobt im Weißen HausTrump kritisiert Deutschlands „Kriegszurückhaltung” im Iran

President Donald Trump speaks with reporters during the swearing in ceremony for Homeland Security Secretary Markwayne Mullin in the Oval Office of the White House, Tuesday, March 24, 2026, in Washington. (AP Photo/Alex Brandon)
Trump meint, der Iran-Krieg und der Ukraine-Krieg seien ein und dasselbe.
AP / Alex Brandon

Mehrere deutsche Politiker versagen den USA Hilfe im Iran-Krieg. Das findet der US-Präsident „unangemessen“. So sei der Ukraine-Krieg kein Krieg der USA, sagt Trump und behauptet, man habe dennoch geholfen. An dieser Gleichsetzung ist jedoch einiges schief.

US-Präsident Donald Trump hat Deutschland wegen der ausbleibenden Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus kritisiert. Er habe es als „unangemessen“ empfunden, dass von deutscher Seite geäußert worden sei: „Das ist nicht unser Krieg“, sagte der Republikaner während einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Trump nannte keinen konkreten Namen, schrieb die Äußerung aber der Spitze zu („the head of Germany“).

So oder so ähnlich hatten sich jüngst mehrere führende deutsche Politiker geäußert. Bundeskanzler Friedrich Merz sagte bei einem Besuch in Norwegen: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“

Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte: „Es ist nicht unser Krieg.“ Vize-Kanzler Lars Klingbeil äußerte sich in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland: „Ich sage sehr klar: Das ist nicht unser Krieg.“

Trump schilderte als seine Reaktion auf die von ihm zitierte Haltung, er habe gesagt: „Nun, die Ukraine ist nicht unser Krieg.“ Und dennoch habe man geholfen. Diese Aussage stimmt nicht ganz. Die neue US-Regierung hat im ersten Quartal 2025 noch Hilfe zur Verfügung gestellt, die danach allerdings auf null zurückgefahren wurde. Bei den Hilfen, die bis Ende März geleistet wurden, handelt es sich zumeist um Unterstützung, die noch unter der Biden-Regierung beauftragt wurde.

Der US-Präsident hatte die Nato-Verbündeten um Hilfe bei der militärischen Absicherung der durch den Iran-Krieg quasi blockierten Schifffahrt durch die Straße von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig für den weltweiten Ölhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, hat er sie wiederholt mit scharfen Worten kritisiert.

Den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Kriegen lässt der US-Präsident allerdings außen vor. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die Invasion Russlands. Verbündete unterstützen das Land vor allem mit Waffenlieferungen und Geld, damit der ukrainische Haushalt nicht zusammenbricht. Zudem wurden Finanzen für einen Wiederaufbau in Aussicht gestellt.

Die USA und Israel führen derzeit einen Angriffskrieg gegen den Iran. Sie bezeichnen ihn als eine Art Präventivschlag, da der Iran angeblich kurz davor stand, die USA und Israel anzugreifen, so behaupten es Washington und Jerusalem. Zudem sollen die ersten Atombomben kurz vor der Vollendung gestanden haben. Experten sowohl inner- als auch außerhalb der USA bezweifeln beide Behauptungen. Genährt werden Zweifel, da die Kriegsziele vor allem der USA beständig wechseln. Zudem gibt es kein UN- oder Nato-Mandat für einen solchen Einsatz. Die US-Regierung hat nicht mal den US-Kongress um Erlaubnis gebeten. Das wäre bei einem Angriffskrieg allerdings nötig. Eine Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus durch Deutschland und andere Staaten würde zudem bedeuten, dass Soldaten vor Ort sein müssten. Auch das ist ein großer Unterschied zum Ukraine-Krieg.

Interessant ist zudem, dass die Ukraine den USA, Israel und den Golfstaaten Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen angeboten hat. US-Präsident Trump wischte dieses Angebot jedoch weg und behauptete, die USA hätten selbst die besten Drohnen und bräuchten keinerlei Unterstützung.

Verwendete Quellen: als/dpa