Sicherung der Straße von HormusTrump setzt die Nato unter Druck – wie reagiert Deutschland?

Die USA üben nach einem Treffen mit dem Nato-Chef Druck auf die Verbündeten aus. Präsident Trump fordert Maßnahmen zur Sicherung der Straße von Hormus. Über eine mögliche Beteiligung Deutschlands hält sich Kanzler Merz derweil bedeckt.
US-Präsident Donald Trump erwartet nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte laut dessen Sprecherin konkrete Zusagen der Verbündeten für eine Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus. Rutte tausche sich mit den Partnern über seine Gespräche in Washington aus, teilte Nato-Sprecherin Allison Hart mit. „Es ist klar, dass die Vereinigten Staaten konkrete Zusagen und Maßnahmen erwarten, um die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten.“
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Beamten, dass die USA innerhalb von Tagen konkrete Pläne der europäischen Verbündeten dazu erwarteten. Trump hatte die Nato-Verbündeten wiederholt aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Da diese sich angesichts laufender Kampfhandlungen zunächst mit Zusagen zurückhielten, kritisierte der US-Präsident sie mehrfach scharf.
Nicht einmal 24 Stunden nach Verkündung der fragilen Waffenruhe im Iran-Krieg hatte Rutte am Mittwoch Trump in Washington getroffen. Auch danach äußerte Trump auf der Plattform Truth Social seinen Unmut: „Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen“, schrieb er in Großbuchstaben. In einem weiteren, knappen Post warf er Nato-Partnern vor, ohne Druck nichts zu verstehen. Konkreter wurde er dabei allerdings nicht.
Die Bundesregierung hat nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz noch keine Entscheidung über eine mögliche Beteiligung an einem Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus getroffen. Er habe US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat am Mittwoch erneut zugesichert, „dass Deutschland nach einem Friedensschluss helfen wird, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu sichern“, so Merz. Dafür gebe es aber mehrere Voraussetzungen.
Merz nannte konkret „ein tragfähiges Konzept“, ein internationales Mandat möglichst des UN-Sicherheitsrats sowie einen Beschluss des Bundestags. „Das weiß der amerikanische Präsident, und deswegen sind von uns innerhalb weniger Tage hier keine Entscheidungen zu erwarten“, sagte der Kanzler. „Das müssen wir vorbereiten.“
Trump respektiere auch, dass für ein Engagement Deutschlands in der Frage die genannten Voraussetzungen erfüllt sein müssten, betonte Merz. „Er weiß, dass wir in Deutschland hier eine besondere Anforderung haben an Militäreinsätze außerhalb des Bündnisgebietes.“
Der Iran hatte die Straße von Hormus Anfang März als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Straße von Hormus war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an.
Verwendete Quellen: hny/dpa


