„Es war außerhalb meiner Kontrolle!”Mädchenleiche in Koffer entdeckt! Australier soll 17-Jährige in Thailand getötet haben

Tunchanok Donhomla soll von Simon Carman getötet worden sein
Die Thailänderin Tunchanok Donhomla soll von einem australischen Touristen getötet worden sein
Pattaya Police

Grausiger Fund im Urlaubsparadies!
In einem Reisekoffer, abgestellt an einem Bahngleis im thailändischen Pattaya, liegt die Leiche einer erst 17-Jährigen. Unter dringendem Tatverdacht steht ein australischer Tourist (46), der auf der Flucht am Flughafen von Bangkok gefasst wurde. Während er die Vorwürfe bestreitet, verstrickt er sich in ein wirres Netz aus Lügen und bizarren Ausreden.

Grausiger Fund im thailändischen Urlaubsparadies Pattaya

Pattaya gilt als eines der bekanntesten Urlaubsziele Südostasiens – Strände, Nachtleben, Touristen aus aller Welt. Doch in den frühen Morgenstunden des 27. Junis wurde die Küstenstadt zum Tatort eines grausigen Verbrechens. Einsatzkräfte entdeckten neben einer Bahnstrecke einen dunklen Reisekoffer. Als sie ihn öffneten, bot sich ihnen ein erschütternder Anblick: Darin lag zusammengepfercht die nackte Leiche der 17-jährigen Tunchanok Donhomla, von ihrer Familie liebevoll „Cake” genannt. Der Körper des Teenagers wies nach Polizeiangaben schwere Verletzungen auf. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären.

Ein australischer Tourist soll in Thailand eine 17-Jährige getötet haben
Simon Peter Carman aus Australien bei seiner Festnahme
Abc News/dpa

Wenige Stunden später wurde am rund 150 Kilometer entfernten Flughafen in Bangkok ein 46-jähriger Australier festgenommen: Simon Peter Carman. Die Polizei gibt an, er habe sich „offenbar auf der Flucht aus dem Land” befunden. Gegen ihn wurden Anklage wegen Mordes, Verbergens einer Leiche sowie der Mitnahme einer Minderjährigen zu unsittlichen Zwecken erhoben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm in Thailand die Todesstrafe.

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Letzte Aufnahmen zeigen Opfer und Täter zusammen

Tunchanok Donhomla wuchs in der Provinz Kalasin auf, rund 480 Kilometer nordöstlich von Pattaya. Sie war ein Einzelkind, lebte bei ihrem Vater Thongchai und ihrer Stiefmutter Oradee Bussarakum. Ihren Eltern hatte sie erzählt, sie wolle mit einer Freundin in den Urlaub fahren. Am 16. Juni reiste sie nach Pattaya – allein.

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Was dann folgte, haben Überwachungskameras in erschreckender Detailliertheit festgehalten. Um 3.34 Uhr am Donnerstagmorgen betraten Tunchanok und ein Ausländer Hand in Hand eine Wohnanlage im Bezirk Bang Lamung. Gemeinsam fuhren sie in den 15. Stock. Es war das letzte Mal, dass die 17-Jährige lebend gefilmt wurde.

Die Polizei fand den Koffer im hohen Gras
Die Polizei fand den Koffer im hohen Gras neben einer Bahnstrecke
Reuters

Rund 18 Stunden später erschien der Mann erneut vor den Kameras – diesmal allein, einen großen schwarzen Koffer hinter sich herziehend. Er lud das Gepäckstück auf den Rücksitz eines Motorrads und fuhr in Richtung einer Bahnlinie. Polizeioberst Anek Srathongyoo, Leiter der Polizeiwache Pattaya City, erklärte dem australischen Sender ABC, der Mann sei an der Bahnstrecke entlanggefahren und für etwa neun Minuten aus dem Blickfeld der Kameras verschwunden. Danach kehrte er zur Wohnanlage zurück – ohne den Koffer.

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Streit ums Geld – und dann?

Als Tunchanoks Familie am Freitagnachmittag Alarm schlug und das Mädchen als vermisst meldete, begannen die Ermittler, die Überwachungsaufnahmen auszuwerten. Sie suchten Carmans Zimmer auf – doch der war bereits weg. Die Spur führte zum Flughafen Bangkok.

Was sich in jener Nacht in dem Apartment im 15. Stock abgespielt haben soll, schildert Carman nach Angaben der Ermittler so: Er habe vereinbart, Tunchanok 1.000 Baht – umgerechnet etwa 26 Euro – für sexuelle Dienstleistungen zu zahlen. Als die beiden in seine Wohnung zurückkehrten, habe er ihr jedoch nur 500 Baht (rund 13 Euro) angeboten. Es sei zum Streit gekommen. Das Mädchen habe ihn mit einem Messer bedroht, mehr Geld gefordert. Er habe sie am Hals gepackt – und sie sei gestorben. Der Australier beruft sich auf Notwehr.

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Die Polizei steht dieser Version skeptisch gegenüber. Polizeioberst Srathongyoo sagte dem ABC, Carman weise Kratzspuren am ganzen Körper auf, „die mit einem Kampf übereinstimmen” – doch der Australier bestreite, sie getötet zu haben. Auf die Frage nach den Kratzern antwortete er in einem Polizeivideo lapidar: „Ich glaube, das war eine Spinne. Die kommen hier immer rein. In einem anderen Verhör behauptete Carman laut Polizei zudem, Tunchanok sei „aus dem Zimmer verschwunden”, während er geschlafen habe.

Die Familie des Opfers fordert Gerechtigkeit

Für Tunchanoks Familie ist die Welt zusammengebrochen. Ihr Vater Thongchai sagte einem lokalen Reporter unter Tränen: „Meine Tochter hatte keine Mutter. Wenn sie etwas wollte, hat sie immer einen Weg gefunden – und sie hat mir immer geholfen.” Stiefmutter Oradee Bussarakum beschrieb, wie die Familie bis zuletzt auf ein Wunder gehofft hatte: „Wir hatten Angst. Wir hofften nur, dass es nicht so ausgeht, wie wir befürchteten. Jetzt sind unsere Augen vom Weinen geschwollen.” Ihre Worte über Carman sind unmissverständlich: „Ich will, dass er hingerichtet wird. Ich habe die Polizei sogar gefragt, ob ich ihn schlagen darf.”

Der Verdächtige selbst ließ nach seiner Festnahme eine Botschaft an die Familie ausrichten – in einem Video, das die Polizei veröffentlichte. Seine Worte klingen wie eine Entschuldigung, die keine ist: „Es tut mir leid, was Ihrer Tochter widerfahren ist. Es war außerhalb meiner Kontrolle. Ich weiß, dass Sie sehr traurig und aufgewühlt sind – ich auch.” Und dann, in einem Satz, der fassungslos macht: „Bitte sagt anderen Mädchen, dass sie vorsichtig sein sollen.”

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Carman bestreitet weiterhin alle Vorwürfe. Die thailändische Justiz wird nun klären, was in jener Nacht im 15. Stock wirklich geschah. Die Beweislage – Überwachungsvideos, Kratzspuren, die Chronologie der Ereignisse – spricht nach Einschätzung der Ermittler eine deutliche Sprache.

Verwendete Quellen: ABC, BBC