Auf dem Weg zum Einsatz geblitzt69 km/h in 30er Zone: Feuerwehrmann soll 369 Euro Bußgeld zahlen

Diesen Einsatz wird Ray Lange lange nicht vergessen.
Es ist Mai 2025, als ein Feueralarm an einer Grundschule in Taucha (Sachsen) ausgelöst wird. Über eine App sieht der Feuerwehrmann (55), dass nur wenige Kameraden sich zum Einsatz melden. Also setzt er sich mit einem Kollegen aus der Freiwilligen Feuerwehr ans Steuer, fährt mit Sirene los und.... wird an einer Baustelle geblitzt. Am Ende bekommt Ray Lange eine dicke Rechnung: ein Bußgeld in Höhe von 369 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot. Doch muss er dafür wirklich aufkommen?
Stadt Taucha schlägt dem Feuerwehrmann Spende vor
Der besagte Blitzer steht an einer Baustelle. „Gleich nach der Baustelle befindet sich auch eine Kreuzung, die von Schülern genutzt wird“, sagt Tauchas Bürgermeister im Interview mit Radio Dresden. Tobias Meier sieht also eine konkrete Gefahr, die vom rasanten Einsatz Langes ausging. Er sieht das Ordnungsamt im Recht.
Weiter findet Meier: Zu der Zeit seien keine Kinder mehr in der Schule gewesen. Eine Notwendigkeit, so schnell zum Einsatzort zu fahren, hätte in seinen Augen gar nicht bestanden. Der erste Mann Tauchas sieht sich also im Recht und sagt, dass er kein Auge zudrücken könne. Wäre Lange maximal 20 km/h zu schnell gewesen, hätte es anders ausgesehen. Denn in solchen Fällen drücke die Stadt bei Einsätzen ein Auge zu.
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Die Stadt hat Ray Lange vorgeschlagen, gegen eine Spende an eine Einrichtung für Verkehrserziehung das Bußgeld, die Punkte und das Fahrverbot fallen zu lassen. Doch die empfohlene Spende in Höhe von 350 Euro sei für Ray Lange einem Schuldeingeständnis gleich gekommen, sagt er „Taucha-kompakt.de”. Es könne in seinen Augen nicht sein, dass aus einem Ehrenamt persönlicher Schaden entstehe.
Ray Lange verlässt die Feuerwehr nach 34 Jahren
Nach dem Vorfall hat Ray Lange seine Uniform an den Nagel gehängt und ist aus der Freiwilligen Feuerwehr nach 34 Jahren ausgetreten. Von der Stadt sei er absolut enttäuscht, sagt er „Taucha-kompakt.de”. Es gehe ihm dabei weniger um das Bußgeld: Vielmehr sei er vom Umgang des Bürgermeisters mit dem Fall enttäuscht.
Auf Anfrage von „Taucha-kompakt” teilt Bürgermeister Tobias Meier mit: „Unsere und meine Aufgabe besteht jetzt darin, die bestehenden Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr und die Stadt Taucha zu stützen und zu schützen sowie gemeinsam mit der neu gewählten Wehrleitung die zukünftige Entwicklung zu begleiten.“ Das klingt nicht nach einer Einigung mit dem ausgeschiedenen Lange, man wolle sich eher auf aktive Mitglieder konzentrieren. Ob im nächsten Schritt ein Gericht über den weiteren Verlauf entscheiden muss, wird sich zeigen.
Verwendete Quellen: Leipziger Volkszeitung, Taucha-kompakt.de, Radio Dresden
































